Kaffeebecherkunst

Kaffeebecherkunst? Das Einkaufserlebnis bei meiner Kaffeebrauerei heute morgen war gelinde gesagt sch… Das Team hat sprichwörtlich geschlafen, die Schlange war lang, die Bedienung unfreundlich und der Geschmack so naja. Nicht das mich das noch wundern würde. Die Kaffeebecher im Bild fand ich allerdings ganz lustig…, so ähnlich hatte ich das auch mal, allerdings wurde mein Becher ganz wie die Fettecke weggeputzt seinerzeit.

Die Fettecke unter den Kaffeebechern

Wie mich ein Lumia rettete

Während eines Umzugs kommt einem Mobiltelefon, ob nun smart oder nicht, eine sehr ursprüngliche Bedeutung bei, als die letzte Möglichkeit zwischen Abmelden an einem und Aufschalten an einem anderen Ort, Kontakt zur Außenwelt zu halten, sei es telefonisch oder eben per Netz. Offline sein kommt mir per se schon suspekt vor, in so einer wichtigen Situation eher lebensbedrohlich.

Mein Nexus 5, rund zwei Jahre hat es klaglos seinen tagtäglichen Dienst versehen, fiel nun genau in diesem verletzlichen Moment zwischen zwei Wohnungen aus. Erst fiel das Mikrofon aus und man konnte mich bei Telefonaten nicht mehr hören (das ist auch eine selten dämliche Situation). Irgendwann weiteten sich die Probleme auf das Display aus und irgendwann ging es einfach aus. Ende.

Das freundliche Internetkaufhaus von nebenan hatte mir vor Monaten mal ein Microsoft Lumia 532 zum Testen geschickt. Seinerzeit hatten mir eigentlich nur der Kampfpreis und die Dual-Sim-Fähigkeit zugesagt, alles andere fand ich grauenvoll, allen voran der (dem Preis geschuldeten) katastrophale Bildschirm. Aber in der Not nimmt man ja bekanntlich alles.

lumia

So rund einen Monat habe ich also ein superbilliges Microsoft Handy genutzt und irgendwie haben wir uns doch angefreundet. Zunächst Mal ist das Bedienkonzept wirklich nicht das schlechteste. Die Tiles, vor allem jene, die echte Informationen anzeigen, bspw. Wetter o.ä., sind wirklich praktisch. Und man kann sie so schön immer wieder neu anordnen. Das habe ich recht exzessiv betrieben. Und die Appsituation hat sich für mich entschieden geändert: die Twitter-App wurde erträglich, ich fand die Netflix-App, es gibt eine Slack-Beta und was wirklich wirklich wichtig war in der Telefon-geht-plötzlich-kaputt-Situation (the Bonnie situation part 2), es gibt von M$ selbst eine TOTP-App (Time-Based One Time Passwort) mit der ich meine Zwei-Faktor-Authentifizierungen durchführen kann.

Und mal ehrlich: das Teil kostet 79 Euronen und kann zwei SIMs bedienen. Warum kann das Apple nicht? Warum?

Da ist es ja fast schade, das völlig überraschenderweise das Windows Phone tot ist. Weltweit hat Microsoft im letzten Quartal  nämlich bloss viereinhalb Millionen Lumias verkauft und es geht seit Dezember 14 nur noch bergab. Und ich verstehe das sehr gut, denn wer schon einmal ein Nexus hatte und vorher iPhones… der kriegt wirklich die Krise, vor allem wegen des echt langweiligen Ökosystems um die Microsoft-Telefone. Aber: oben ist eine Nutzungssituation beschrieben, diese Nische hätte M$ ohne weiteres besetzen können. Man kann mit den Dingern (und hier nochmal der Preis) für 79 EURO echt prima Telefonieren, SMSen, WhatsAppen, Spotify hören und Netflix schauen, Mails schreiben (ein Hoch auf die Microsoft Softtastatur, die es bald auch für iOS geben wird) und eben sich damit auch authentifizieren. Das ist sozusagen die unter Linie der Mindestanforderungen an ein Smartphone, auch wenn M$ den Preis etwas erhöht, also die unglaubliche Subvention etwas zurücknimmt.

Für mich ist das Lumia nun nur noch Zweitphone, ich habe wieder ein Firmenhandy von Apple (mit Nexus bin ich nun offiziell durch), weil ich eben wesentlich höhere Anforderungen an ein Telefon habe und es eben auch mit meinen restlichen IT-Ökosystem verbinden will und muss. Aber für meine Eltern bspw. die sich mit ihren Androidgeräten wirklich herumschlagen, wäre Lumias wirklich wirklich die bessere Wahl gewesen.

[Ich dachte ich schreib mal auf, dass mich etwas aus dem Hause Microsoft irgendwie begeistert hat.]

Urlaub

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Urlaub haben, in den Urlaub gehen, in denselbigen fahren. Urlaub. 7, 14, 21 Tage (who knows) in denen wir abschalten, uns regenerieren, Kraft sammeln. Wir nehmen Urlaub von der Arbeit, vom daily life, von der ewigen Tretmühle Leben. Um wieder fit zu werden, Kraft zu tanken. Um den Stress, die Monotonie, die Anspannung wieder ein wenig aushalten zu können. Einige müssen dafür weit weg fahren, an die verrücktesten Orte dieser Welt, zu Palmenstränden oder Vulkankratern, ins Hochgebirge oder in die Wüste. Andere bleiben einfach zu Hause und geniessen dabei, einfach nichts zu tun zu haben.

Ich hingegen führe einfach ein zweites Leben, eines, das nur während der Urlaubszeit stattfindet. Wir fahren seit einigen Jahren immer in den gleichen Ort in Dänemark, einfach weil wir dies für ein Fleckchen Erde halten, auf dem es sich zu Leben lohnt, mehr als zu Hause und weil wir diese Ansicht teilen. Anfangs haben wir dort das Standardtouristenprogramm wahrgenommen: Strand, Besichtigungen, Kutterfahrt und all solchen Kram. Irgendwann hat man aber alles gesehen. Ausser natürlich die atemberaubende Natur der Nordsee und der Dünen, die sind immer neu. Und Leuchttürme gehen bei mir auch immer. In diesem Sinne fahren wir aber immer mehr dorthin, um dort einfach zu leben. Wir lernen die Sprache und das ist wahrlich nicht einfach, um uns über das Touristische hinaus verständigen zu können. Wir fangen an, uns nicht mehr als Urlauber aufzuführen, beispielsweise beim Einkaufen. Natürlich haben wir dabei Rückfälle und wir sind noch lange keine Dänen. Sowas kann man sich ja nicht einfach ersitzen.

Was das mit mir tut: es erholt mich. Ich fühle mich nach zwei Wochen dänisch leben (wie meine liebe Frau es nennt) durchaus tiefenentspannt und ruhig. Obwohl ich mich manchmal frage, ob dies schon der innere Rentner ist, der sich Bahn bricht. Nun bin ich jedenfalls wieder fit. Und wieder da.

Besuch in Auschwitz

Heute, vor 70 Jahren wurde Auschwitz befreit.

Ich war in den Neunzigern mit einer Jugendgruppe zu Besuch in Auschwitz und Birkenau.

Solch ein Besuch teilt sich ganz automatisch in zwei Abschnitte. Man besucht zunächst das Stammlager, eine Art Gefängnisbau, mit Klinkerbauten und dem allseits bekannten Eingangstor. Man macht ein Führung mit, während dieser man von Wohnblöcken über Zellenblöcke vorbei an Tausenden Brillen, Koffern, Schuhen zu dem kleinen Krematorium kommt. Hier wähnt man sich am Maximum des Erträglichen angekommen. In der Nachschau jedoch ist das Unfassbare noch vergleichs- und iritierenderweise fassbar.

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Und dann fährt dich der Bus nach Birkenau. Hier wirst du am Eingangstor abgesetzt und dir selbst überlassen. Du gehst die Rampe hinauf, die Rampe jenes Güterbahnhofs, auf dem die Selektion stattfand. Es beschleicht dich ein seltsames Gefühl. Viele gehen den Turm über dem Eingangstor hinauf, weil er am nächsten ist. Und dann sieht man es, es liegt vor einem. Der. Komplette. Schrecken. In dem Moment, in dem du die Ausmaße dieses Lagers begreifst, dort oben auf diesem Turm siehst du es, alles was sie getan haben, die ganze verdammte Dimension.

Ich vergesse diesen Moment niemals in meinem Leben.

Joachim Fuchsberger *1927 †2014

Joachim Fuchsberger

Das Leben nimmt mir dieses Jahr meine Helden in großer Zahl.

Joachim Fuchsberger ist so einer, den habe ich einfach für immer und ewig für eine seiner Rollen gehalten, verehrt und geliebt, nämlich den Justus aus der Verfilmung von Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ von 1973. Das ging soweit, dass ich als Kind gedacht habe, Fuchsberger wäre Kästner. Seltsam, von hier aus betrachtet.

Fuchsberger ist mir dadurch immer symphathisch geblieben und ist mir in meiner Fernsehkindheit immer wieder über den Weg gelaufen, in Filmen und Fernsehshows, bspw. „Auf Los geht’s Los“. Und sogar im Studium habe ich ihn wieder getroffen, als der Fuchsberger Fall.

Artikelbild: Einige Rechte vorbehalten von Manfred Werner.

Lifetracking, kann ich

Lifetracking ist ja als Trend schon wieder auf dem absteigenden Ast, kann man glauben, wenn ich jetzt auch mit so einem Ding herumlaufe. Aber als adipöser bewegungsfauler Bürohengst, ist es vielleicht eine gute Idee, sich ein wenig Ansporn an den Arm zu dengeln, immerhin gibt’s dazu eine App: vielleicht kann man den inneren Schweinehund ja mit dem Smartphone erschlagen. Das Versprechen der Health- und Lifetracker ist klar: zähle Deine Schritte, überwache Deinen Schlaf, miss Deinen Puls und es wird dir besser gehen. Das alleine reicht natürlich nicht, es ist das Vergleichen mit sich selbst, das Beobachten von Verbesserungen (so es sie gibt), der kleine Anschub vielleicht doch noch die angepeilte Anzahl Schritte zu machen. Und natürlich jede Menge nerdism, ohne den geht es nicht.

Der/die/das Withings Pulse O2 ist so ein Lifetracker und ich bin jetzt ca. vier Wochen damit rumgelaufen, habe ihn also Tag und Nacht am Arm oder am Gürtel gehabt und habe mich tracken lassen. Vier Wochen sind natürlich keine Zeit, in der man Wunder vollbringen könnte, was natürlich Quatsch ist, denn Wunder zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie in kürzester Zeit Dinge geschehen lassen, die sonst ewig dauern, also genauer: Wunder sind nicht pasiert. Aber ich kenne mich ganz gut, ich habe auch kein Wunder erwartet. Trotzdem funktioniert die Sache mit dem lifetracking bei mir irgendwie, es besteht also noch Hoffnung.

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Das Gerät

Anders als viele total hippe Trackingsarmbänder sieht der Pulse O2 eher fast wie eine normale Uhr aus, wenn man ihn am Arm trägt. Was man nicht muss, da das Gerät selbst herausnehmbar ist und in einen kleinen Gürtelclip verpflanzt werden kann, und man kann es auch einfach so in die Hosentasche stecken, getrackt wird trotzdem. Das ist schon von daher ein gutes Feature, weil Withings unerklärlicherweise am Armband gespart hat, es ist aus Plastik, kommt ziemlich billig rüber und man schwitzt darunter unerträglich. Ich hatte sogar einen Hitzestau darunter, inklusive Ausschlag. Das Armband werde ich definitv gegen etwas Hochwertiges ersetzen müssen.

Kernfunktion des Pulse ist sicherlich das Schritte zählen. Außerdem kann man zurückgelegte Kilometer, überwundene Höhenmeter und daraus jeweils folgend, verbrauchte Kalorien ablesen. Zusammen mit der aktuellen Uhrzeit kann man all diese Werte vom Display des Pulse ablesen, nacheinander versteht sich, so groß ist das Gerät ja nicht. Das gut lesbare Display reagiert sogar auf Touchgesten, mit einem Swipe kann man in der History zurückgehen. Das ist unterwegs schon sexy. Hat man den Pulse nachts am Arm, kann man damit auch seinen Schlaf überwachen, anhand der nächtlichen Bewegungen, zeichnet das gerät auf, ob tief, flach oder gar nicht schläft. Hat man den Tracker in der Hand, kann man auch seinen Pulse messen, indem man einen Finger auf den Sensor auf der Rückseite legt. D.h. also, man muss die Pulsmessung aktiv veranlassen und es wird nicht automatisch am Arm gemessen. Mehr Sensoren hat der Pulse jetzt nicht, für weitere Lifedaten gibt es bei Withings noch weitere Produkte, bspw. ein Blutdruckmessgerät oder eine Waage. Diese Daten kann man aber auch händisch in der App eingeben.

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Die App

Die (Android-)App ist tatsächlich sehr gut. Per Bluetooth, sowohl automatisch, als auch auf Anforderung, werden Daten mit dem Tracker synchronisiert und in einer Timeline und einem Dashboard aufbereitet. Zusätzlich zu den Trackingwerten kann man noch Gewicht, Körperfettwert und Blutdruckmessungen eingeben, oder von anderen Geräte syncen. Ebenfalls in die Datensammlung können andere Fitnessaktivitäten als Laufen, bspw. Radfahren, Schwimmen usw. einfließen, wenn man sie mit einer anderen App aufzeichnet. Kompatibel sind derzeit Runkeeper und MapMyFitness. Außerdem kann man mit MyFitnessPal eine App anschliessen, mit der man seine Erfolge beim Abnehmen aufzeichnen kann.

Ohne die App wäre so ein Lifetracker natürlich nur die Hälfte wert, da sie sowohl als Datenaggregator, als auch Datenvisualisierer fungiert. Man erhält einen hervorragenden Überblick über die erlaufenen Erfolge des Tages, der Woche und so fort. Hier kommt auch der Schlaftracker zur Geltung, den Verlauf einer Nacht in einer Grafik zu sehen macht schon Sinn, und erklärt mitunter, warum man sich vielleicht morgens manchmal genauso müde fühlt wie abends. Warum allerdings gerade acht Stunden (uneditierbar) als die ideale Schlafzeit genommen werden… da gibt es auch andere Ansichten. Ich erreiche sie jedenfalls höchstens am Wochenende.

Wie gesagt, die App ist super, vielleicht sogar der wichtigste Erfolgsfaktor des Trackers selbst. Die Aggregation der Daten und die Darstellung machen das Thema Lifetracking für mich erst richtig interessant. Wie gesagt, mit bringt es nichts, mich mit halbmarathonlaufenden Magersuchtanwärtern auf der Joggingmeile zu vergleichen, der einzig sinnvolle Gegner für mich bin ich selsbt. Ich und mein Schweinehund. Einen der Messwerte etwas hochzupushen funktioniert bei mir auch besser als irgendwelche Badges (seit „I’m on a boat“). Die gibt es beim Pulse natürlich auch, netterweise sind alle Badges einem Ort zugeordnet.

Gesamtergebnis

Ich liebe meinen Tracker, als nächstes bekommt er ein schönes Lederarmband. Und wenn ich auch in nächster Zeit fleissig meine Spaziergänge mache, schaff ich ja vielleicht auch ein paar Kilo runter zu bekommen. Und irgendwann dann kaufe ich mir die WLAN-Waage den Smart Body Analyzer, der neben dem Gewicht auch das Körperfett, die Herzfrequenz und die Raumluftqualität (???) misst. Warum nicht. Und irgendwann dann kann ich vielleicht auch wieder joggen ohne mir die Knie zu brechen. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Die mir dieser neue Lifetracker von Withings sicherlich erleichtern würde. Oder doch eine Smartwatch? Den Pulse kann ich dann immer noch in die Tasche stecken…

Smart… considered harmful

DonAdams

Ich schwöre, wenn ich jemals ein Produkt, eine (Web-)App, oder irgendwas entwickeln werden, das ich selbst vermarkten muss, ich werde den Begriff »smart« im Titel unterbringen.

Heute ist ja praktisch alles smart. Nicht nur viel zu kleine Autos, Telefone oder Uhren. Es gibt smarte Plattformen, Zilliarden smarter Apps, smart grids, package manager, recovery, Kommunikation natürlich, sogar Projektziele sollten immer s.m.a.r.t. sein. Diese Website wird von einem smart Server ausgeliefert. Yeah. Wer seinem Produkt den Glanz der (möglichweise ja sogar künstlichen) Intelligenz verleihen will, der nennt es eben smart. Und manchmal stimmt das ja auch: mein Smartphone ist tatsächlich um Längen intelligenter, als das dämliche Dumbphone, dass bspw. meine Frau noch nutzt um mit T-9-Unterstützung mit tausenden von Tastenanschlägen SMS zu schreiben. Tick, Tick, Ticker Ticker Ticker, Tick, Ticker Ticker… Aber ich schweife unsmart ab.

Besonders geschickt ist es, ein Softwareprodukt smart zu nennen. Jaha, wir hätten unser Produkt auch stumpfdumm machen können, aber nein! es ist smart! Kommt es zu vergleichen, werden ihm schnell Eigenschaften zugesprochen, die es vielleicht gar nicht hat. Unterhalten sich zwei Webentwickler:

— Wir brauchen da HTML5-Unterstützung, nehmen wir unsere eigene Bibliothek oder die smart lib von XY?
— Ja, kann die denn HTML5?
— Weiss nicht, aber die ist doch smart!

So in der Art. Nennst du dein Produkt smart, dann kommen die Features von ganz allein: der geneigte Nutzer denkt sie einfach hinein. Kostet bei der Programmierung keinen Pfennig und zahlt sich direkt aus. Gut, hintendran gibt es ein paar Supportfälle, aber wenige, denn die meisten Nutzer sind von der Smartheit ihrer Entscheidung, das smarte Produkt zu nutzen so überzeugt, dass sie annehmen, es sei ihr eigener Fehler, das Feature X gerade nicht zu finden ist. Irgendwie geht das bestimmt… ist ja smart.

Nepper, Schlepper, Adressensammler

Screenshot der Webseite

Die Firma Vodaphone also wirbt im Internet, dass es vom 18. Juli bis 21. Juli (solange der Vorrat reicht, sie kennen das), Dr. Dre urBeats in-ear-Kopfhörer, die sonst (angeblich) 79 Euronen kosten, zum Preis von 19.90 Euro zu verkaufen hätte. Man bräuchte nur in einer Filiale aufschlagen (rechtzeitig) um sich das Angebot zu sichern. Gute Idee… dachte ich.

Am Shop, meinem Arbeitsplatz praktisch gegenüber, wartet schon eine Schlange von Leuten. Hui, hätte ich jetzt auch nicht gedacht, ist aber ja auch ein Superdeal. Sogar der O2-Kollege aus dem Laden nebenan ist dabei. Als der Laden öffnet, stellt sich allerdings schnell raus: die haben die Kopfhörer gar nicht da. Stattdessen muss jeder der einen haben will, seine Adresse angeben, und bekommt die Kopfhörer dann auf Rechnung nach Hause geschickt. Oder man lässt sie an den Laden schicke, seine Adresse muss man aber auf jeden Fall angeben. Ohne mich.

Screenshot der Webseite
Screenshot der Webseite

Es geht hier also nicht darum, ein gutes Angebot zu unterbreiten. Ich sage mal früher, also früher waren Angebote dazu da, Lager zu räumen, die Kundenbindung zu stärken und ja, auch um Kunden in ein Geschäft zu locken und zu verführen, noch weitere Dinge zu kaufen. Das sieht bei einem solchen Angebot anders aus, hier gilt: Ware gegen Daten. Offensichtlich benötigt man auch die Komponente »in den Laden locken«, denn sonst würde Vodaphone seine Deals der Woche ja gleich im Netz verkaufen. Also ein Lockangebot plus Verkauf der eigenen Adressdaten (inkl. Überprüfung durch die Post).Das finde ich schon reichlich verdreht. Die Erfahrungen anderer mit diesem Angebot sind auch sehr interessant. Vielleicht nicht gerade betrügerisch aber irgendwie schmutzig, denn es steht da ja »Store finden und Angebot sichern«, statt gleich mit nach Hause nehmen, wie man das bei allen anderen Geschäften dieser Welt so macht und mir soll keiner sagen, die Kopfhörer müssten nun erst hergestellt werden. Und was soll das Store finden? Soll das Gamification sein?

Wieder einmal Glück gehabt und nicht auf den Leim gegangen. Da kann ich ja auch gleich bei irgendeinem Preisausschreiben mitmachen, oder bei einer Kaffeefahrt. Oder einen Nachsendeantrag ausfüllen. Oder einen Umzug beim Amt melden. Ach, wenn der gute Eduard Zimmermann noch lebte…

Bär in der Dusche

In unserer neuen Wohnung wohnt ein Bär. Also in unserer alten Wohnung war das auch schon der Fall. Ich nehme an, der Bär ist mit uns umgezogen. Obwohl, genau wissen kann man das nicht. Ich habe ihn nämlich noch nie gesehen.

Was der Bär macht ist, dass er nachts unser Bad benutzt, genauer gesagt die Dusche. Ja oder wenn wir nicht zu Hause sind. Aber wer weiss das schon, hat ihn ja noch keiner gesehen. Nur was er dort in der Dusche hinterlässt, das sieht man. Der Bär haart. Und es muss ein ziemlich langhaariger Bär sein, gemessen an den Büscheln Bärenfell, die er so im Ausguss der Dusche hinterlässt.

Falls ich ihn mal treffe, erkenne ich ihn sofort. Er hat die gleiche Haarfarbe wie meine Frau.

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(Hinweis: Heute diese Zeichnung gemacht, sollte eigentlich ein elephant in the room werden, aber irgendwie ist ein Bär in der Dusche dabei herausgekommen.)