Lang lebe Charlie Countryman

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Am Sterbebett seiner Mutter, erscheint Charlie die Verstorbene und schickt ihn auf eine Reise nach Bukarest. Auf dem Weg dorthin erscheint ihm wiederum sein verstorbener Sitznachbar im Flugzeug und bittet ihn, seiner Tochter ein Geschenk zu überreichen. Charlie findet die Tochter und verliebt sich, aber…

Laut Wikipedia hat Shia LaBeouf für den Drogenrausch den er dort zu spielen hat, tatsächlich LSD genommen, was man durchaus auch dem Zuschauer empfehlen könnte, da man so Film, Story und Setting vielleicht einigermaßen verstehen könnte. Der Hauptteil des Films scheint aus zugedröhnten Herumrennen in der Balkangroßstadt zu bestehen, während der restlichen Zeit gibt es von Mads Mikkelsen auf das Gesicht. Einziges Highlight für Filmenthuisiasten ist wohl einen um Jahrzehnte gealterten Ron Weasley dabei zu sehen, was passiert wenn man eine Überdosis Viagra dreimal hintereinander einnimmt. Ob Rupert Grint für diese Szene auch wirklich Potenzmittel genommen hat, ist allerdings nicht überliefert. Egal: was durch dieses Methodacting von LeBeouf und Grint aufgebaut wird, reisst Til Schweiger in der nächsten Szene mit dem Arsch wieder ein. Am Ende fragt man sich noch kurz, warum der deutsche Titel „Lang lebe Charlie Countryman“ das Gegenteil des Originaltitels „The Necessary Death of Charlie Countryman“ bedeutet. Und wer am Set noch alles LSD genommen hat.

Einen Stern gibt es für den Soundtrack (Moby).

Zuerst veröffentlicht bei Letterboxd.

Wie mich ein Lumia rettete

Während eines Umzugs kommt einem Mobiltelefon, ob nun smart oder nicht, eine sehr ursprüngliche Bedeutung bei, als die letzte Möglichkeit zwischen Abmelden an einem und Aufschalten an einem anderen Ort, Kontakt zur Außenwelt zu halten, sei es telefonisch oder eben per Netz. Offline sein kommt mir per se schon suspekt vor, in so einer wichtigen Situation eher lebensbedrohlich.

Mein Nexus 5, rund zwei Jahre hat es klaglos seinen tagtäglichen Dienst versehen, fiel nun genau in diesem verletzlichen Moment zwischen zwei Wohnungen aus. Erst fiel das Mikrofon aus und man konnte mich bei Telefonaten nicht mehr hören (das ist auch eine selten dämliche Situation). Irgendwann weiteten sich die Probleme auf das Display aus und irgendwann ging es einfach aus. Ende.

Das freundliche Internetkaufhaus von nebenan hatte mir vor Monaten mal ein Microsoft Lumia 532 zum Testen geschickt. Seinerzeit hatten mir eigentlich nur der Kampfpreis und die Dual-Sim-Fähigkeit zugesagt, alles andere fand ich grauenvoll, allen voran der (dem Preis geschuldeten) katastrophale Bildschirm. Aber in der Not nimmt man ja bekanntlich alles.

lumia

So rund einen Monat habe ich also ein superbilliges Microsoft Handy genutzt und irgendwie haben wir uns doch angefreundet. Zunächst Mal ist das Bedienkonzept wirklich nicht das schlechteste. Die Tiles, vor allem jene, die echte Informationen anzeigen, bspw. Wetter o.ä., sind wirklich praktisch. Und man kann sie so schön immer wieder neu anordnen. Das habe ich recht exzessiv betrieben. Und die Appsituation hat sich für mich entschieden geändert: die Twitter-App wurde erträglich, ich fand die Netflix-App, es gibt eine Slack-Beta und was wirklich wirklich wichtig war in der Telefon-geht-plötzlich-kaputt-Situation (the Bonnie situation part 2), es gibt von M$ selbst eine TOTP-App (Time-Based One Time Passwort) mit der ich meine Zwei-Faktor-Authentifizierungen durchführen kann.

Und mal ehrlich: das Teil kostet 79 Euronen und kann zwei SIMs bedienen. Warum kann das Apple nicht? Warum?

Da ist es ja fast schade, das völlig überraschenderweise das Windows Phone tot ist. Weltweit hat Microsoft im letzten Quartal  nämlich bloss viereinhalb Millionen Lumias verkauft und es geht seit Dezember 14 nur noch bergab. Und ich verstehe das sehr gut, denn wer schon einmal ein Nexus hatte und vorher iPhones… der kriegt wirklich die Krise, vor allem wegen des echt langweiligen Ökosystems um die Microsoft-Telefone. Aber: oben ist eine Nutzungssituation beschrieben, diese Nische hätte M$ ohne weiteres besetzen können. Man kann mit den Dingern (und hier nochmal der Preis) für 79 EURO echt prima Telefonieren, SMSen, WhatsAppen, Spotify hören und Netflix schauen, Mails schreiben (ein Hoch auf die Microsoft Softtastatur, die es bald auch für iOS geben wird) und eben sich damit auch authentifizieren. Das ist sozusagen die unter Linie der Mindestanforderungen an ein Smartphone, auch wenn M$ den Preis etwas erhöht, also die unglaubliche Subvention etwas zurücknimmt.

Für mich ist das Lumia nun nur noch Zweitphone, ich habe wieder ein Firmenhandy von Apple (mit Nexus bin ich nun offiziell durch), weil ich eben wesentlich höhere Anforderungen an ein Telefon habe und es eben auch mit meinen restlichen IT-Ökosystem verbinden will und muss. Aber für meine Eltern bspw. die sich mit ihren Androidgeräten wirklich herumschlagen, wäre Lumias wirklich wirklich die bessere Wahl gewesen.

[Ich dachte ich schreib mal auf, dass mich etwas aus dem Hause Microsoft irgendwie begeistert hat.]

Airmail

Ich weiss gar nicht so genau, was an inbox zero eigentlich so magisch sein soll, muss irgendwas psychologisches sein, denn ich hätte es immer so gerne mal erreicht, hab’s aber nie hinbekommen. Das hat sich gerade geändert, dank Airmail.

Seit ich wieder mit einem iPhone rumlaufe (dazu mehr in einem anderen Artikel), bin ich auf der Suche nach einer Mailanwendung, die nicht saugt, sondern mich unterstützt beim Mails abarbeiten, wenigstens mit aber keine Steine in den Weg legt. Das kann man von mail.app irgendwie nicht behaupten, jedenfalls funktionierte die Zusammenarbeit mit dem Firmenexchange nur unwillig, ich schrob dauernd Mails von meiner me.com-Adresse ohne es zu wollen und es tut halt nichts gegen den nicht abreißen wollende Flut von Müll, der auf einen täglich einprasselt. Hinzu kommt, dass ich meine privaten Mails getrennt in inbox hielt, was zur Vernachlässigung derselben führte. Dort widerum hatte ich immer das Gefühl irgendwas zu verpassen, was sich im Nachhinein als wahr herausstellte, aber egal.

Airmail auf dem iPhone nun möchte helfen bei der Mission inbox zero. Das macht es auf vielerlei Arten, u.a. dadurch, dass man schon in der Übersicht alle Mails per Wischgesten auf verschiedene Arten bearbeiten, löschen, weiterverteilen usw. kann. Und ums Weiterverteilen geht’s ja eigentlich schon hauptsächlich. Inbox zero erreicht man ja nicht, indem man alle Mails die so anfallen, sofort abarbeitet. Das Wort Abarbeiten klingt in diesem Zusammenhang nicht aus Versehen als Drohung. Für mich persönlich jedenfalls ist das eine mission impossible, weil Mails hat später beantwortet werden müssen, Tasks enthalten, die erst gemacht werden müssen, zu einem Zeitpunkt nochmal vorgelegt werden müssen und so fort. Das kann Airmail.

Eine Mail kann im Moment des Aufschlagens in unterschiedliche Richtungen verteilt werden, beispielsweise in die Sektion „Zu erledigen“, oder in eine To-Do-List bei Wunderlist, nach Evernote, oder man snoozed die Mail für einen bestimmten Zeitraum, bis heute Abend, bis Morgen, bis nächste Woche etc. Letztere Werte sind dabei einstellbar. Und das ist dann für mich auch schon das ganze Geheimnis. Eine Funktion Wiedervorlage wünsche ich mir schon seit ich noch in Anwaltskanzleien arbeitete, das ist mit der Snooze-Funktion erfüllt. Ebenso schätze ich den Export von Taskmails in meine ToDo-List (bei Wunderlist). Das löst schon mein Problem: Mails liegen ewig im Posteingang herum, weil sie aufbewahrt werden sollten, und wurden dann nicht gelöscht, vergessen etc. pp. Mit Airmail kann ich das nun alles kanalisieren. Das ist natürlich alles nicht neu, aber so zusammengefasst in einer App hatte ich das bisher noch nicht. Noch dazu ohne das Gefühl, die App wolle mich bevormunden oder ich müsse meine Arbeitsabläufe an die App anpassen.

Und kommunikativ in alle Richtungen ist Airmail auch noch: es kann Accounts von Google, iCloud, Exchange, Yahoo!, Outlook, sowie einfaches imap und pop3 verwalten und alles in einem gemeinsamen Posteingang organisieren. Als externe Dienste können Google Drive, Dropbox, OneDrive, Droplr und Box für’s Datensharing genutzt werden. Weiter wird praktisch jede To-Do-App auf dem Planeten zum Anlegen von Aufgaben angesprochen. Den Inhalt einer Mail kann man in externe Editoren (bspw. Editorial, iA Writer) exportieren.

Das Ganze hat dann allerdings nach kurzer Zeit schon einen gewissen Lock-In-Effekt. Denn das was man auf dem Telefon macht, will man natürlich auch auf dem Desktop. Um dauerhaft inbox zero zu halten, muss man schon auf allen Kanälen airmailen, völlig klar. Die Desktop-Version hält dann nochmal ein paar weitere Schmakerl bereit. So kann man seine Mails in Markdown schreiben, inklusive Side-by-Side-Preview. Ebenso stehen die Gmail-Tastenkombinationen zur Verfügung. Und über ein Plugin kann man die GPGSuite zum Ver-/Entschlüsseln und Signieren von Mails nutzen, was hervorragend funktioniert.

Also, los schreibt mir Mails! Mich könnt’ ihr nicht mehr schocken. Oder von der wirklichen Arbeit abhalten. Die gewonnene Zeit stecke ich ins Bloggen…

Lumis

Lumis Verpackung

Bei Ben gibt’s einen Spieletest über Die Arena von Tash Kalar, einem, ich will jetzt nichts falsches sagen, Fantasybrettspiel. Ein guter Tipp, wie mir scheint, auch wenn Fantasyspiele, im Gegensatz zu allem anderen mit dem Prefix Fantasy-, nicht so mein Ding sind. Ich mag es eher strategisch.

So wie bspw. Lumis—der Pfad des Feuers. Wir haben dieses Strategiespiel für 2 oder 4 Spieler vor kurzem getestet und ich für meinen Teil es auch für sehr gut befunden. Meine Lieblingsmitspielerin war nicht ganz so überzeugt, vielleicht weil ich das eine oder andere Mal gewonnen habe. 😉

Mir haben gleich das minimalistische Design und die gute Spielidee gefallen. Ziel des Spiels ist es, mithilfe von Türmen eine durchgehende Spielfigurenkette quer über das Spielbrett zu bauen, das ein wenig wie ein verunglücktes Halma aussieht. Dort wo die Ketten der Spielparteien aufeinandertreffen, kommt es zur Schlacht. Mit den entsprechenden Karten können dabei Türme des Gegners übernommen werden, durch Aufstocken der eigenen Türme mit weiteren Elementen werden diese immer stärker und schwerer einzunehmen. Die Rituale des Spiels schränken den Turmbauer ein, damit es nicht zu leicht wird. Man kann entweder Karten ziehen oder einen Turm bauen in einem Zug. Die Karten bestimmen den Aktionsradius um einen Turm, ebenso ermöglichen sie die feindliche Übernahme eines gegnerischen Turms.

Das Spiel ist hervorragend designt, aber am schönsten sind die Spielsteine, die sogenannten Türme, die sich aus verschiedenen schwarzen Turm-Elementen und eine Flamme in Spielerfarbe (gelb oder rot) zusammensetzen lassen. Sie sehen dabei aus, wie kleine asiatische Zimmerbrunnen. Sehr cool.

Dies ist der dritte Artikel meines Benblogging-Projekts.

keybase.io – Cryptoparty im Netz

keybase

Ich bin jüngst zur early alpha von keybase eingeladen worden und nach ein paar Tagen herumprobieren kann ich sagen: die Idee hat wirklich potential. Keybase ist sozusagen eine sehr große PGP-Cryptoparty und soll ermöglichen, mit Leuten, die man noch nicht persönlich getroffen hat (und vielleicht nie treffen wird) ein web of trust aufzubauen und so letztlich verschlüsselte Kommunikation zu ermöglichen. Zusätzlich gibt es noch einige Hilfsmittel, um bspw. über die Kommandozeile oder sogar über Twitter, verschlüsselt zu kommunizieren.

Get a public key, safely, starting just with someone’s social media username(s). From there, unbounded potential!

Meine Accounts sind mein Ausweis

Einer der Kernpunkte verschlüsselter Kommunikation mit PGP ist ja, dass man Leute findet, die man ihrem PGP-Schlüssel zuordnen kann und ihnen so vertraut. Bisher musste man sich dafür persönlich treffen und die Schlüssel austauschen und beglaubigen. Keybase will eben diese Beglaubigung herstellen, ohne dass man sich treffen muss. Dazu identifizieren sich die Nutzer gegenüber von Keybase auf möglichst vielfältige Weise. Ich habe zum Beispiel einen speziellen Tweet abgesetzt um mich mit meinem Twitteraccount auszuweisen. Und weil das noch nicht reicht (den Tweet könnte ja auch jemand veranlassen, der einen Twitteraccount gekapert hat), habe ich noch ein spezielles Gist erstellt, um meinen Github-Account identifizierbar zu machen. Und um es noch genau zu machen, habe ich den DNS-Text von nicobruenjes.de so angepasst, dass keybase jetzt weiss: ich bin der Besitzer der Domain. Das geht noch mit einer ganzen Reihe weiterer Accounts und Eigenschaften, bis hin zur Bitcoin-Adresse. Mit je mehr man sich ggü. Keybase ausweist, um so sicherer wird die Sache natürlich. Anhand dieser verbrieften Eigenschaften können mich nun andere Keybase-Nutzer finden und erkennen (ich zeige hier die Kommandozeile, weil das einfacher hierher zu kopieren ist, geht alles auch per Website):

› keybase id nicobruenjes
✔ public key fingerprint: 9DCF BD30 2843 0CBE 78E5 F1A8 B51E 2E22 55CF BFF6
✔ "nicobruenjes" on twitter: https://twitter.com/nicobruenjes/status/565440317495996417
✔ "codecandies" on github: https://gist.github.com/e2cb03903755b8d9ed72
✔ admin of the DNS zone for nicobruenjes.de

Man findet andere natürlich auch anhand der identifizierten Accounts:

› keybase id twitter://nicobruenjes
› keybase id web://nicobruenjes.de
› keybase id github://codecandies

Wer nun der Ansicht ist, das ich der Nico Brünjes bin, mit dem er gerne kommunizieren möchte, dann kann er mich tracken, so wie frienden oder followen, nur eben geekiger.

› keybase track nicobruenjes
✔ public key fingerprint: 9DCF BD30 2843 0CBE 78E5 F1A8 B51E 2E22 55CF BFF6
✔ "nicobruenjes" on twitter: https://twitter.com/nicobruenjes/status/565440317495996417
✔ "codecandies" on github: https://gist.github.com/e2cb03903755b8d9ed72
✔ admin of the DNS zone for nicobruenjes.de
› Is this the nicobruenjes you wanted? [y/N] y
› Permanently track this user, and write proof to server? [Y/n] Y

Copy & Paste Verschlüsselung für Twitter

Nun kann man schon Daten verschlüsseln:

› keybase encrypt nicobruenjes -m 'Verschlüssel das mal'
-----BEGIN PGP MESSAGE-----
Comment: GPGTools - https://gpgtools.org

hQIMA9IkQTsc+mSQARAAoeIqoS7D+C3aWuymUomVJWU
e1FiqMNWJDyTzT4I5cRkiwKWLCLmPlYIO1oLhNl670l
tfp+Qof7CJDGIUx02vRydT5coUwt8MtEhJUPDGi3cAG
-some-extra-lines-omitted-here :-)
0LUvVNuYCvjR4Rt7fkfeVcSuakEpUfufGnFqow==
=4DrQ
-----END PGP MESSAGE----

Und entschlüsseln: keybase decrypt antwort.asc. So kann man, per copy und paste, bspw. über Twitter oder Slack oder anderen Diensten mit denen man planen Text versenden oder Dateien teilen kann verschlüsselt kommunizieren. Meist will man ja aber verschlüsselte Mails senden. Deswegen landen alle Leute die man (per Kommandozeile) trackt auch direkt in der GPG-Keychain, man kann ihnen also auch direkt verschlüsselte oder gesignte Mails schicken.

That’s it. It’s really pretty simple. We’re not reinventing any cryptography here – the goal is a simple way to look up and trust keys, based on known public identities.

Die Website ist übrigens weitestgehend ein Client für keybase, dort kann man alle Funktionen im Web abrufen. Das zeigt aber auch den Knackpunkt von Keybase: es ist ein open source Programm, das man wiederum beliebig in andere Programme einbauen kann. Oder Dienste nutzen das API. Da ist wirklich noch viel drin.

Einladungen zu vergeben

Wie schon erwähnt: keybase.io ist noch in einem sehr frühem Stadium, alle Features die da sind, scheinen aber meinen Tests nach tadellos zu funktionieren. Wer mittestesten will, ich habe noch einige Einladungen hier herumliegen… kommentiert hier einfach.

Schreiberling für Android

Da ist er wieder, der kleine blaue Cursor mit dem schweizer Akzent. Nur diesmal auf Android. Also wie gemacht, für meine kleine Reiseschreibmaschine aus Nexus 7 und Bluetoothtastatur. Das wir das nach so vielen Jahren noch erleben dürfen: iA Writer for Android, noch closed beta.

Der iA Writer entspricht der Classicvariante, bringt also erstmal nur die einfachen Funktionen mit: Markdown, Dropboxanbindung, Typewriterfont, Focusmode und der blaue Cursor fehlt auch nicht. Das Textrendering ist hervorragend gelungen, alle Markdownfeatures werden sinnvoll angezeigt. In meinen ersten Tests hat alles sauber funktioniert, auch bei sehr großen Textmengen mit vielen Auszeichnungen läuft auf Nexus 5 und (altem) 7 alles schnell und flüssig.

Nun muss man sich natürlich fragen, nach der Entwicklung von iA Writer für iOS und Mac und vor allem nach der Pro-Version, was machen die iA’s also jetzt auf der Androidplattform? Auf jeden Fall soetwas wie einen restart, was sicher nicht der falscheste Ansatz ist. Es gibt viele Markdowneditoren unter Android, nicht wenige sogar deutlich inspiriert durch iA Writer, aber bisher hat es noch keiner richtig gemacht.

Dann mal los, meine kleine Reiseschreibmaschine freut sich schon.

Ikeanotiz

fjordhuette

Ikea in Altona entwickelt sich zu einem Bürgertreffpunkt? Und die Leute kaufe keine Möbel sondern Hotdogs. Ohne zu wissen, ob das für Altona (oder Ikea) gut oder schlecht ist, kann ich das verstehen. Wir haben ja auch erst seit März letzten Jahres unseren Ikea vor der Haustür, den haben wir tatsächlich allein für’s Hotdog- oder Köttböllar-Essen (sprich: Schöttbular) in die samstägliche Einkaufsfahrt fest mit eingebaut. Und ich bin inzwischen ein Meister im Monsterhotdogging. Man nimmt ja was man kann. Wir waren auch schon in Altona, aber da ist das Restaurant total überfüllt gewesen (siehe oben) und am Getränkeauffüllstand hat ein privater Sherriff kontrolliert, dass man sich mit Tasse nur warme Getränke nachfüllt, da wohl sonst die Anarchie ausbricht.

Kritik der kritischen Krautkritik

schreibmaschine-weiss-alt

Darf man die Krautreporter kritisieren, schon nach drei Monaten, oder eher nicht? Fällt mir schwer, dazu etwas belegbares zu sagen, denn die Wahrheit ist, ich lese inzwischen gar nichts mehr bei den Krautreportern. Nichts. Nada. Niente. Null komma null. Mag sein, dass die Seite tatsächlich eine neue oder zumindest andere Art von Onlinejournalismus etabliert, bei mir kommt er schlicht nicht an.

Dabei steht das Tor weit offen: ich folge den einschlägigen Twitteraccounts, habe den RSS-Feed abonniert. Trotzdem lander ich nie auf der Seite. Das liegt vielleicht an meinen Konsumzeiten, die arbeits- bzw. reisebedingt wohl immer kurz vor oder kurz nach den KR-Geschäftszeiten zu liegen scheinen. Ob das wirklich so ist habe ich allerdings nie nachgeprüft. Möglicherweise geht auch einfach davon aus, dass ich von selbst vorbeikomme und mir die Texte pulle. Mache ich aber nicht. Dazu wird mir zuviel anderes interessantes gepusht.

Bliebe der RSS-Feed. Zugegeben, ich lese nicht mehr so viele Feeds wie früher. Aber ich habe dire Krautreporter durchaus in einer prominenten Kategorie einsortiert. Aber irgendwie machen mich die Überschriften nicht genug an. Also sowenig, dass ich nicht mal mehr den Anreisser dazu lese. Zur Demonstration zitiere ich mal die aktuellen Headlines:

  • »Michael Graeter: Sex und Geld sind die Säulen der Welt« (nee, für mich nicht),
  • »Morgenpost«,
  • »Den Zumutungen der Geschichte gewachsen« (WTF?),
  • »Warum die Supermärkte auf der grünen Wiese sterben« (Hab schon zwei Supermarktartikel gelesen im letzten Quartal),
  • »Vermischtes« (really?),
  • »Morgenpost«

Und schlussendlich bleibt anzumerken, dass ich noch nie den Drang verspürt habe, mich auf der Seite, wenn ich denn da war, einzuloggen. Zumal die Seite auf meinem Nexus5 und Nexus7 noch nie wirklich funktioniert hat.

Tatort Oldenburg

Ich schau ja nur alle Jubeljahre mal Tatort, genau genommen nur, wenn eine meiner Heimatstädte (ich habe tatsächlich mehrere, welche zähle ich gleich auf…) eine Rolle darin spielen, also wenn es nach (ich hatte es angedroht:) Bremen, Lübeck oder eben Oldenburg geht. Achja, ein Glück, einen Tatort Delmenhorst (–Aufzählung Ende–) hat sich die ARD ja bisher unerklär glücklicherweise verkniffen. Wie also ein Tatort zu sein hat, welchen Gepflogenheiten das treue Fanfolk beim gemeinsamen Schauen in der Kneipe oder auf Twitter nachgeht, ich habe keine Ahnung davon. Ich will eigentlich nur ein wenig meiner Heimat im Fernsehen sehen, die Sensationslust des Couch Potatoe so gesehen. Insofern habe ich keine Ahnung, ob der Tatort nun gut war, oder mittelmäßig, oder gar schlecht. Ich persönlich fand ihn eher schlecht, allein gemessen an der Intensität, mit der meine Exheimat ins Bild gerückt wurde. Nämlich gar nicht.

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Das olle Tor nach Ostfriesland war den Herren Filmemachern wohl erst mal nicht urban genug. Anders kann man die drei oder vier Außenaufnahmen kaum verstehen: rauchende Schlote und nächtliche Luftaufnahmen die Großstadt suggerieren sollen. Ich habe es nie gewußt, aber in den 10 Jahren in denen ich nur sporadische Besuche dort gemacht habe, scheint jemand die Stadt an der Hunte abgetragen und an der Ruhr wieder aufgebaut zu haben. Mitsamt der Bezirksregierung leider, neoklassizistischer Wahnsinn, die muss natürlich für das große Finale herhalten. Dafür sitzt die Bundespolizei in einem verlassenen Geschäft mitten in Chicago, wo das halbe Haus zusammenbricht, wenn die U-Bahn vorbeidonnert… ach nein, die Szene war aus Blues Brothers geklaut. Zwischendrin aber trotzdem witzeln: »sogar in Oldenburg gibt es Staus«, ja wer hätte das gedacht, als wenn mangelhafte Verkehrsplanung Berlin vorbehalten wäre.

Ich mag ja dieses Unentschlossenheit nicht, obwohl das widerum wäre nun typisch für Oldenburg. Vielleicht haben sich die Tatortmacher von ihren miserablen Locationscouts anstecken lassen. Und mal ehrlich, die meisten Spielorte hätten doch irgendwo sein können, und waren sie natürlich auch. Ist ja auch billiger in Hamburg zu drehen, wenn man das ganze Fimgeraffel da schon rumliegen hat, nicht?! Und den Unterschied merkt ja auch keiner. Ich weiss nur nicht, warum man einen Tatort aus Oldenburg macht, wenn man es dann gar nicht zeigt, die Protagonisten es hassen oder nicht interessiert, kein einziger Oldenburger darin vorkommt und es für die Story kein Stück von Belang ist, wo sie gerade stattfindet?

Jetzt weiss ich auch wieder, warum ich keinen Tatort schaue.