Benblogging endet

Nun sind fast zwei Wochen meines Benblogging-Experimentes um und ich beende es hiermit wieder. Es ist ja nicht nur ein Scherz gewesen, dafür hätte eine Woche Stalkerei sicherlich gereicht, sondern ich habe auch ein paar Erkenntnisse daraus gewonnen, die ich natürlich hier teile.

Themenwahl

Ich habe mich in all den Jahren thematisch immer sehr eingeschränkt. Im Großen und Ganzen schreibe ich über das Netz aus Entwicklerperspektive, was zwar schon ein gewisses Spektrum von rein technischen Artikeln bis zur (Netz-)Politik abdeckt, aber doch immer noch sehr eingeschränkt ist. Ben beackert die gleichen Felder, da teilen wir Beruf und Berufung (und einst ja auch lange genug das Büro), hat aber ansonsten ein viel weiteres Spektrum, nebst der Fähigkeit, zu allem und jedem eine Geschichte erzählen zu können oder eine Meinung zu haben. Oder beides. Die Pointiertheit gönne ich mir allenfalls bei harten politischen Themen, oder auf meinem Fachgebiet, wenn es bspw. darum geht ob man Tabs oder Spaces nutzen soll (Tabs natürlich, ihr Honks!).

Regelmäßig- und Zuverlässigkeit

Was ich in den zwei Wochen geschafft habe, ist mich wieder dem regelmäßigen Bloggen anzunähern. Wer bloggt muss das regelmäßig tun und zwar nicht nur regelmäßig einmal im Monat, sondern am besten eigentlich täglich. Das ist für mich nicht so einfach, da ich entweder arbeite, im Zug offline unterwegs bin, oder eben in der kurzen Zeitspanne die ich zu Hause bin, andere Dinge zu tun habe. Während des Experiments habe ich hauptsächlich im Zug gebloggt, vom iPad aus. Meine Strecke ist aber nach wie vor nicht wirklich ans Internet angeschlossen, auch wenn es Netz gibt, mit 3G oder Edge recherchiert es sich schlecht. Es müssen also immer noch Zeiten vor oder nach der Fahrt her, in denen ich das Geschriebene vor- und/oder nachbereiten muss. Was mich da auch blockiert, ist der selbstauferlegte Zwang, immer ein Artikelbild zu haben, das klappt aus dem Zug fast nie. Da muss ich technisch etwas ändern.

Kommunikation

Zum Bloggen, das wusste ich aber auch schon, gehört eben auch, Kommentare zu lesen, aber vor allem darauf zu reagieren. Das habe ich auch während des Benbloggings nicht geschafft, konnte ich noch nie. Ich bin in der glücklichen Lage, auch verlinkt und gelesen zu werden, wenn ich nicht in anderen Blogs abhänge und dort kommentiere, dazu fehlt mir einerseits die Zeit. Andererseits läuft dies für mich auch viel auf Twitter (ein Kanal, den Ben gänzlich auslässt). Dadurch ist aber auch schon vieles (auf Twitter) gelaufen, bevor ich es verbloggt habe. Ein kleiner Teufelskreis. Ich war aber schon immer kommentarfaul, sorry.

Ich bin nicht Ben

Tolle Erkenntnis. Was ich aber sagen will: zu den Themen zu denen Ben bloggt, kann ich oft soviel gar nicht beitragen. Man muss ja als Blog irgendwie auch seine eigenen Themen finden. Ich habe zwar immer versucht, es in meine Domäne umzuzwingen, aber oft hat das nicht so geklappt. Ich lasse mich sicherlich auch in Zukunft oft von Ben inspirieren, es gibt ja auch viele Überschneidungen, aber letztendlich muss ich wieder mehr Profil für dieses Blog aufbauen.

Danksagung

Es gibt also noch genug Hebel und Schrauben um den Laden hier wieder etwas in Gang zu bringen. Ich danke Ben natürlich, dass er den Blödsinn tapfer ertragen hat. Und für viele Jahre Freundschaft per Blog und IRL. Thanx.

wie geht es weiter

als nächstes habe ix mir vorgenommen… nein, Blödsinn. Nur ein Scherz.

Goodbye WordPress?

Sehr schade, Sergej Müller steigt aus der WordPress-Szene aus und ich kann gar nicht soviel dazu sagen, ich kenne ihn einfach nicht und habe auch keins seine Plugins in Gebrauch, womit ich scheinbar allein dazustehen scheine. Vielleicht aber ja mal eine Gelegenheit, mich ein wenig mit WordPress auseinander zu setzen.

Dazu holt der Blogopa natürlich erstmal weit aus… moment, vielleicht kann ich das etwas abkürzen: Greymatter, Perl?, Movable Type, wir hatten ja nichts, Textpattern, PHP?really?, WordPress. So war das damals. Schöne Zeit. Schaue ich immer mal wieder rein, so zwischendurch. Aber das ist Geschichte.

Ein Wort, das durchaus auch zu WordPress passt. Heute präsentiert es sich als the one and only, das oneclickinstall Blogsystem, ist allgegenwärtig, selbst beim Hoster an der Ecke vorsinstalliert, es bestimmt sogar die rückwärtskompatibilität von PHP irgendwie mit. Ich sage mal, das war nicht immer so. Als WordPress seinerzeit aus b2 entwuchs, wollten viele Leute weder an seine Architektur oder an die dahintersteckende Programmiersprache glauben. Gott, haben wir es gehasst seinerzeit.

Davon hat sich WordPress, ich sage mal, emanzipiert. Ich erkenne neidlos an, dass es heute die unangefochtene Nummer eins ist. Und dass es sich mit den Jahren wirklich gut entwickelt hat, während wir Geeks an unserer eigenen Blogsoftware, dem eigenen CMS oder heute, dem eigenen Generator für statische Seiten bauten. Und Mullweg und Automattic haben es geschafft, das nötige professionelle Umfeld darum zu bauen. Gut, das Pluginverzeichnis ist nicht der iOS-Appstore, aber immerhin, es hat sich eine weltweite Entwicklergemeinde gebildet, die für oder eben mit WordPress arbeitet.

Ich sag’s einfach mal, ich mag WordPress und habe seit vielen Jahren Spaß dabei. Goodbye WordPress? Nicht doch.

Dies ist nun schon der vierte Artikel meines Benblogging-Projektes.

Demütiges Benbloggen

Lieber Leser,

meine statistischen Beobachtungen haben ergeben, dass Du hier nur noch einzeln und höchstens einmal täglich vorbeikommst, deswegen spreche ich Dich mal so direkt an. Ich kann Dir das gar nicht verdenken, dass Du keine Lust mehr hast, hier ist ja aber auch gar nichts los. Ich schaffe es einfach nicht. Also nicht, dass ich keien Zeit habe, während der Bahnstreiks und auch sonst beim täglichen Pendeln habe ich jede Menge Zeit. Aber es kommt nichts verwertbares raus dabei im Moment. Trotzdem. Will. Ich. Schreiben.

wieallesanfing

Da ist mir die folgende lustige Lösung eingefallen. Mein Freund Ben schreibt meiner Meinung nach seit vielen vielen Jahren ein ganz hervorragendes Blog, das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass Ben es eben jeden Tag schafft, sich etwas zu überlegen, was er sein Blog kippen kann. Ein nicht enden wollender Stream an Input. Und die meisten Sachen davon lese ich mit Freude. Und mache mir dazu meine Gedanken. Und denke oft: »Ja, genau!« oder »Nee, find ich nicht.« oder auch »so ein Quatsch!«.

Kurzum, die Idee ist diese, ich hänge mich da einfach für ein paar Wochen, Monate oder Jahre, je nachdem, wann bei mir die Ideen wiederkommen, dran und beantworte, kommentieren und verlinke möglichst viel aus Bens wunderbarem Blog. Mal sehen, wohin mich oder uns oder Dich das führt.

Der erste Artikel folgt sogleich und liegt dann hier.

Besserwisser

Die Sache mit den Krautreportern scheint irgendwie ein Selbstläufer zu werden. Nicht für die Krautreporter vielleicht, die schaffen es ja nicht mal, eine Massenmail mit richtigem Link zu verschicken (und dann mit Referenz auf Woodward & Bernstein… rlly?), sondern für mein bis vor kurzem noch daniederliegenden Bemühungen mein Blog am Leben zu halten. 😉 Mir ist eben kurz die infame Idee gekommen, hieraus ein Krautreporter-Watchblog zu machen.

Auch, weil Felix mich offenbar einen Besserwisser schimpft, wenn auch etwas versteckt. Ich muss das allerdings noch ein wenig überhöhen, meine Besserwisserei geht in Wahrheit noch viel weiter. Ich weiss es genau.

Wie auch immer. Man sieht schon. Ich bin wieder da.

Fragebogen

Nico Lumma hatte da ein paar Fragen und nun, da ich aus dem Urlaub wieder zurück bin, und weil ich gerade wieder auf einen Zug warte und nichts zu tun habe, kann ich ja mal kurz antworten und damit die persönliche Note in dieses Blog bringen, die ich selbst immer so vermisse.

1. Dein erstes Mal im Internet sah wie aus?

Wie soll das ausgesehen haben? Wie immer halt. Vielleicht etwas langsamer, mit so einem 24K-Modem hat man ja nicht gerade Geschwindigkeitrekorde gebrochen. Wir hatten ja nichts damals. Aber für die drei animierten Gifs von Bauarbeitern und ein paar Marquee-Effekte war das wohl auch nicht unbedingt nötig. Eher unbeeindruckend. Wir hatten ja nichts damals. Bloß AOL. Das Internet mussten wir uns praktisch selbst und von Hand ausdenken. Das ist dann letztlich mein Job geworden. Muss doch irgendwie beeindruckend gewesen sein.

2. Was war Dein Aha-Moment im Internet?

Dieses Youtube-Video.

3. Von welchem Gesetzesverstoß im Internet konntest Du am längsten nicht lassen?

Ich kann mich nicht erinneren, jemals gegen Gesetze verstoßen zu haben. Musik habe ich nur auf Vinyl. Filme habe ich nur im Kino und auf DVD geschaut. Breaking Bad habe ich mir bei iTunes gekauft! Das sagt doch alles.

4. Was ist der Vorteil von Politikern, die Social Media nutzen?

Was ist das Bitte für eine Frage? Ich bin kein Socialmediaberater, also muss ich auch niemandem erklären, was die gehirnverschonende Bekömmlichkeit des Frühstyxradio… aber ich schweife ab.

5. Gehst Du lieber zu Barcamps oder zu exklusiven Veranstaltungen mit Profis?

Lieber auf große Konferenzen mit exzellenten Rednern und gutem Publikum. Ob die nun exklusiv sein müssen? Hab mich gerade zur Beyond Tellerrand 2014 angemeldet.

6. Welche Person sollte dringend mit dem Bloggen anfangen und warum?

Ich. Ich sollte wieder mehr bloggen. Aber ich schaff es einfach nicht. Zuviel Arbeit. Schreibblockade. Ich muss schon einen seltsamen Fragebogen ausfüllen, um überhaupt mal den Googlebot auf meine Seiten zu locken.

7. Was sind für Dich die Grenzen der Transparenz?

Früher wussten wir nicht wie Transzaprenz geschrieben wird, heute haben wir keinen.

8. Liest Du berufliche Emails im Urlaub?

Ja. Aber ich antworte selten.

9. Hast Du schon einmal Tweets vorgeschrieben?

Nein.

10. Welches ist Dein absolutes Megasuperlieblingsblog ausser lumma.de?

Ein einzelnes Lieblingsblog habe ich nicht. Ich habe eine Liste Nearby, mit Blogs von (Ex-)Kollegen und solchen, denen ich schon über viele Jahre folge (ich kommentiere selbst kaum, deswegen merkt man das nicht immer). Die lese ich nahezu täglich. Da ist auch lumma.de mitdrin, aber noch so ein Fragebogen… und ich überlege mir das nochmal.

I am my personal brand now

about-nico-960x485Am Ende landet man doch genau da, wo man nie hinwollte. Und fragt sich: „Warum eigentlich nicht?“ Es ist jedenfalls beschlossene Sache, a) ich blogge wieder und b) das ganze findet ab jetzt unter meinem Namen statt. Ende der Diskussion.

Aber mal ehrlich, ist SEOmäßig natürlich eine fürchterliche Angewohnheit, immer mal wieder die Domain zu wechseln. Die ganze schöne Linkpower und Googleplatzierungen. Aber egal, keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran. Und das dann eine ganze Ecke persönlicher. Als codecandies habe ich viel zu oft hinter die Technikpostings zurückgezogen, viel zu unpersönlich, wie ich in meiner Blogpause feststellen musste. Ich will wieder viel mehr Themenbereiche abdecken, nicht nur Berufliches, aber auch, nicht nur Privates, aber auch. Mehr Mischung jedenfalls. Mehr Mut, allenfalls. Und lustig, wenn’s geht.

Hinzu kommt aber natürlich noch ein anderer Hintergedanke: die URL-Struktur deutet es ja auch schon an: hier wird es noch mehr als nur ein Blog geben. Ausdrücklich vorgesehen ist zum Beispiel, meine Arbeit in Form eines Portfolios ein wenig zu präsentieren. Da arbeite ich noch etwas im Hintergrund dran, sollte aber auch zeitnah losgehen. Und mehr…

Das alles soll dann auch als Hub dienen, ein Ort mit meinem Namen dran, an dem Artikel, Vita, Links zu weiteren Aktivitäten und Kontaktmöglichkeiten zusammengefasst sind. Ich als personal brand sozusagen. Kann nicht Schaden, gehe ich von aus.

So und nun los.