Joachim Fuchsberger *1927 †2014

Joachim Fuchsberger

Das Leben nimmt mir dieses Jahr meine Helden in großer Zahl.

Joachim Fuchsberger ist so einer, den habe ich einfach für immer und ewig für eine seiner Rollen gehalten, verehrt und geliebt, nämlich den Justus aus der Verfilmung von Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ von 1973. Das ging soweit, dass ich als Kind gedacht habe, Fuchsberger wäre Kästner. Seltsam, von hier aus betrachtet.

Fuchsberger ist mir dadurch immer symphathisch geblieben und ist mir in meiner Fernsehkindheit immer wieder über den Weg gelaufen, in Filmen und Fernsehshows, bspw. „Auf Los geht’s Los“. Und sogar im Studium habe ich ihn wieder getroffen, als der Fuchsberger Fall.

Artikelbild: Einige Rechte vorbehalten von Manfred Werner.

Directlyoutofmypinboardlinks

Ich muss mal ein paar Sachen aus meinem Pinboard loswerden. Fangen wir mit CSS-Kram an:

Hier gibt es einen sehr spannenden Vorschlag für Attribute Modules for CSS, die den space-separated attribute selector ~= benutzen um Klassen zu ersetzen. Klingt erst komisch, ist aber unglaublich sexy, gar nicht mal nur für die aufgeführten Beispiele, sondern überhaupt. Mal sehen, wo ich das unterbringe… Wenn man so richtig mit flexbox à la Mondrian Layouts anlegen will, dann hilft der Fibonacci Flexbox Composer.

Ein paar Javascript-Links hätte ich auch noch:

Wenn irgend möglich, sollte man Animationen heute ja mit CSS machen. $.animate von jQuery ist da eigentlich eine schlechte Alternative, es ist einfach zu langsam. Mehr Geschwindigkeit verspricht hier Velocity.js. Darauf widerum baut Blast.js auf, das typograhische Animationen macht. Und wenn ich demnächst mal Charts mit Javascript erstellen will, dann mache ich das mit Chartist.js.

Komplett ausser der Reihe, dieses Video:

Falls man mal sein Nexus5 runterwirft (schnell drei Mal auf Holz geklopft), und seine Frontscheibe zerballert, kann man sie für vergleichsweise wenig Geld nachbestellen und selbst einbauen. Also ich kann das nicht, aber der Kollege hier schon:

The Circle

Vor kurzem habe ich The Circle gelesen, ein unglaublich schlechtes Buch, und wie das mit schlechten Büchern so ist, stand es an der Spitze der Bestsellerliste. Der Inhalt des Buches: anfangs dumme Protagonisten bleibt bis zum Ende des Buches stockdumm, eine Socialmediafirma als Metapherchimäre für Facebook, Google und Apple in einem entwickelt die totale Überwachung aller Menschen, ohne das deren Führerschaft dabei eine Idee hätte, wozu das eigentlich alles gut sein soll. Der Spannungsbogen gleicht der Nulllinie auf einem Herzfrequenzmonitor. </rant>

Gut, über das Thema könnte man diskutieren. Im Grunde ist The Circle die Parabel vom Frosch, der langsam gekocht wird, ohne es zu merken. Diese Parabel ist, das wissen die meisten, eben eine Parabel, kein Frosch lässt sich ohne Gegenwehr kochen, wenn man das Wasser nur langsam genug erhitzt. Ausser der von Philip Rösler vielleicht. Und so wenig wie die Parabel mit der Realität zu tun hat, so wenig sind die Figuren in The Circle echt genug, als dass sie zur Identifikation dienen könnten. Der eine zieht einen totalitären Überwachungsstaat hoch, nur so aus Langeweile, die Hauptfigur hingegen tappt von einer Falle in die nächste, nur um beim nächsten Mal noch dämlicher der Maschinerie auf den Leim zu gehen.

Gut, mithin verhalten sich Menschen so. Ich zum Beispiel: Im April letzten Jahres habe ich lang und breit dargelegt, warum man besser ADN statt Twitter nutzen solle, heute tweete ich immer noch. Auch im August 2012 habe ich mich schon über Twitter ereifert. Ich kann mich kaum noch erinnern, was mich damals auf die Palme gebracht hat, wahrscheinlich die Verwässerung der Entwickler-API. Ich twittere immer noch. Nun hat Twitter angekündigt, die Timeline automatisch für mich zu kuratieren, so wie bei Facebook, wo ich dieses Feature täglich neu umgehen muss, weil ich es so hasse. Tja, aber was soll’s, ich twittere weiter. Und dann gibt’s ja schon das nächste Feature: den Kaufen-Button. Das Zukunftsszenario sieht also circlemäßig so aus: Twitter nutzt die Forschungsergebnisse von Facebook, um die Menschen mit einer kuratierten Timeline zu manipulieren und zwar um auf Twitter Produkte zu kaufen! Ich twittere weiter. Aber hey, Google hat RSS und den Feedreader gekillt, Twitter ist derzeit meine wichtigste Besucherquelle für dieses Blog, ich twittere weiter. Und weiter. Und irgendwie wird das Wasser immer wärmer. Naja, noch ist es angenehm.

OK, The Circle ist ein mieser Schinken über einen blöden Vergleich, der von und hinten hinkt, aber trotzdem kann man mal darüber nachdenken, wohin uns das alles mal führen wird, auch wenn’s nicht der blöde Circle sein wird. Ist ja auch Quatsch, die NSA war ja längst da, das Wasser kocht also eigentlich schon. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel nehmen an jenen, die den Ausstieg wagen, anstatt sie ungläubig zu beäugen.

Sonntagslinks

Wer so wie ich davon träumt, wie McGyver auf einem Hausboot zu wohnen, hat in Hamburg dafür schlechte Karten. Der einst (herbei geschriebene) Boom ist ausgeblieben: zu viel Bürokratie, fehlende Finanzierungsmöglichkeiten, zu teuer. #hamburgverliertimmermehr

Wenn die neue Platte von Element oft Crime so schlecht wird, wie die letzten beiden, dann wird es niemanden interessieren, dass sich Sven Regener mal wieder aufregt, diesmal über Streamingsdienste. Sven Aufregener ist alt, aber lustig. #svenschreibdochliebernocheinbuch

Als Silk Road vom FBI eingesackt wurde, haben sich alle gefragt, wie das Drogen-Amazon im Tor-Netzwerk wohl aufgeflogen ist. Wie es aussieht, war ein falsch eingebunden es Captcha schuld, was wieder mal beweist: Captchas sind gefährlich. #bekiffteinformatikerbringensnicht

Ich mag es ja nicht, wenn man Longforms als Multimediareportagen bezeichnet, das hört sich so nach Multimedia-CD an. Hier ein verhältnismäßig langer Artikel darüber, dass Multimediareportagen ein Irrrweg bei der Finanzierung des Onlinejournalismus sind, weil man sie nicht zum späteren Lesen abspeichern kann. #dooferplotschlechterklaert

Jetzt weniger Markdown Streiterei

Aus dem Markdownstreit wird Markdowngate. Fortsetzung von gestern. Siehe Update am Ende des Artikels: der Streit scheint vorbei…

Dave Winer stellt sich in einer Art offenem Brief hinter John Gruber und kritisiert Jeff Atwood sehr deutlich für die Übernahme des Namens »Markdown«. Er vergleicht die Situation dabei mit RSS (0.92), dem von ihm erfundenem XML-Subformat, das mehrfach von anderen (bspw. Netscape) geforkt wurde (unter anderem RSS 1.0) und dem er mit dem Herausbringen von RSS 2.0 (erfolgreich) begegnete.

Die Übernahme des Namens »Markdown« stört ihn besonders, da man als Erfinder dann die Gewalt über seine Idee verliert. Man könne Markdown natürlich weiterentwickeln, aber eben nicht als whatsoever Markdown. Das an sich ist richtig. Und die Lizenzbedingungen, die John Gruber seinerzeit schrieb sind eindeutig:

Neither the name “Markdown” nor the names of its contributors may be used to endorse or promote products derived from this software without specific prior written permission.

Ob sie so gelten ist natürlich ein ungeklärte juristische Frage.

Andererseits kann man für Atwood vortragen, dass John Gruber in den letzten 10 Jahren wenig Interesse daran gezeigt hat, Markdown weiter zu entwickeln. Viel mehr hat er neue Formate unter dem Namen ausdrücklich zugelassen und diese haben sehr zur weiteren Verbreitung beigetragen. Dadurch ist aber eine babylonische Sprachverwirrung entstanden, die auszuräumen den Namen verdient hätte. Aber auch Atwood scheint mir nicht ganz frei von Scheinheiligkeit, denn die Umbenennung von »Standard Markdown« in »Common Markdown« ist nicht mehr als ein Feigenblatt. Eine Umbenennung in einen ganz anderen Namen hätte sofort geholfen. So wird der Streit noch weiter gehen und wir werden ewig auf das vollständig brauchbare Markdown warten müssen, bzw. uns auf einen Dialekt festlegen müssen.

Wie wärs denn mit NML (No Markup Language)?

Update (10:40h): Das schöne an vor geplanten Artikeln, die Sache entwickelt sich weiter. In diesem Fall erstmal zum Guten, denn nun heißt das Kind CommonMark:

Edit: after a long and thoughtful email from John Gruber – which is greatly appreciated – he indicated that no form of the word „Markdown“ is acceptable to him in this case. We are now using the name CommonMark.

Standard Markdown

Update: Standard Markdown heisst dann jetzt Common Markdown. Unfassbar.

Vor nicht ganz zwei Jahren startete Jeff Atwood, zusammen mit anderen Interessierten, eine Initiative zur Standardisierung von Markdown, schon damals nur mißtrauisch beäugt von Markdown-Erfinder John Gruber. Nun ist es endlich soweit, soeben ist Standard Markdown veröffentlicht worden. Und John Gruber (aka. @markdown) so:

Hmmmpf. Klingt ein wenig eingeschnappt. Tatsächlich gibt es auf Grubers offiziellen Twitteraccount noch ganz andere, unschönere Formulierungen. Gruber ist schlicht gegen eine Standardisierung einerseits und mglw. auch besonders durch Atwood selbst. Der Streit zwischen den beiden reicht wohl schon in das Jahr 2009 zurück, wie bei Gruber üblich in strong language.

Am Ende hat er natürlich völlig Recht. Ich meine, was haben uns Standards jemals gebracht?

Haha! Nein, natürlich nicht, um es mal in Gruberspeak auszudrücken: bullshit. Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass ein Standard Markdown das einzige ist, was Markdown endlich/überhaupt noch zum Durchbruch verhelfen könnte (ich will damit gar nicht sagen, dass das auch wirklich passieren wird). Markdown ist zerfasert in etliche Forks und Dialekte, von denen in den über 10 Jahren seiner Existenz mal der eine oder andere beliebter war, derzeit ist es wohl das github flavoured markdown, das am meisten genutzt wird. Standard Markdown versucht diese vielen Dialekte zusammen zu fassen und dort, wo es Widersprüche gibt, zu entscheiden, welcher Weg der richtige ist.

Man kann gespannt sein, wie es weitergeht, mit Markdown an sich und Standard Markdown im Besonderen. John Gruber wird es wohl nicht aufhalten können, vor allem nicht, wenn die am Standard beteiligten Player es in ihrer Umgebung umsetzen. Einen Versuch, Grubers Arbeit zu hintergehen oder unredlich auszunutzen kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Aber ich bin ja auch nur ein Markdownnutzer und -fan.

Dieser Text wurde in Markdown geschrieben.

Im Frühtau

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Ich kann schon wieder Land sehen. Ich wittere Morgenluft. Ein Silberstreif am Horizont. Aber da ist auch etwas im Busch.

The Verge fully responsive

thevergescreen

Obwohl ich kein Fan des Designs von The Verge bin (wohl aber deren Inhalte), muss ich doch neidlos anerkennen, dass die zu Vox Media gehörige Magazinseite es geschafft hat, wirklich und in echt, mit Werbung anzeigen und allem und tatsächlich fully responsive zu gehen. Obwohl wir nun schon seit spätestens 2010 darüber sprechen, gibt es ja noch nicht so viele große Websites, die es auch wirklich tun. Und The Verge wäre eben nicht The Verge, wenn sie es dann nicht auch konsequent durchziehen würden, und die alten Zöpfe auch wirklich abschnitten:

This also means that our dedicated apps and API for third-party apps will be going away. Apps are great, but The Verge is a website, and we want people to have the best experience with our content where it is created and designed to be viewed.

Das finde ich ausdrücklich hervorragend! Nicht nur auf responsiveness setzen, sondern sich gleichzeitig auch aus dem Müllhaufen der Apps verabschieden, die einfach eine mobile Website im Webview anzeigen. Eine wirklich ehrliche Aktion. Eben fully.