Robin Williams *1951 †2014

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Shazbot!

Robin Williams was an airman, a doctor, a genie, a nanny, a president, a professor, a bangarang Peter Pan, and everything in between. But he was one of a kind. He arrived in our lives as an alien – but he ended up touching every element of the human spirit. He made us laugh. He made us cry.

(Barack Obama)

Artikelbild: Some rights reserved by Eva Rinaldi

Lifetracking, kann ich

Lifetracking ist ja als Trend schon wieder auf dem absteigenden Ast, kann man glauben, wenn ich jetzt auch mit so einem Ding herumlaufe. Aber als adipöser bewegungsfauler Bürohengst, ist es vielleicht eine gute Idee, sich ein wenig Ansporn an den Arm zu dengeln, immerhin gibt’s dazu eine App: vielleicht kann man den inneren Schweinehund ja mit dem Smartphone erschlagen. Das Versprechen der Health- und Lifetracker ist klar: zähle Deine Schritte, überwache Deinen Schlaf, miss Deinen Puls und es wird dir besser gehen. Das alleine reicht natürlich nicht, es ist das Vergleichen mit sich selbst, das Beobachten von Verbesserungen (so es sie gibt), der kleine Anschub vielleicht doch noch die angepeilte Anzahl Schritte zu machen. Und natürlich jede Menge nerdism, ohne den geht es nicht.

Der/die/das Withings Pulse O2 ist so ein Lifetracker und ich bin jetzt ca. vier Wochen damit rumgelaufen, habe ihn also Tag und Nacht am Arm oder am Gürtel gehabt und habe mich tracken lassen. Vier Wochen sind natürlich keine Zeit, in der man Wunder vollbringen könnte, was natürlich Quatsch ist, denn Wunder zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie in kürzester Zeit Dinge geschehen lassen, die sonst ewig dauern, also genauer: Wunder sind nicht pasiert. Aber ich kenne mich ganz gut, ich habe auch kein Wunder erwartet. Trotzdem funktioniert die Sache mit dem lifetracking bei mir irgendwie, es besteht also noch Hoffnung.

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Das Gerät

Anders als viele total hippe Trackingsarmbänder sieht der Pulse O2 eher fast wie eine normale Uhr aus, wenn man ihn am Arm trägt. Was man nicht muss, da das Gerät selbst herausnehmbar ist und in einen kleinen Gürtelclip verpflanzt werden kann, und man kann es auch einfach so in die Hosentasche stecken, getrackt wird trotzdem. Das ist schon von daher ein gutes Feature, weil Withings unerklärlicherweise am Armband gespart hat, es ist aus Plastik, kommt ziemlich billig rüber und man schwitzt darunter unerträglich. Ich hatte sogar einen Hitzestau darunter, inklusive Ausschlag. Das Armband werde ich definitv gegen etwas Hochwertiges ersetzen müssen.

Kernfunktion des Pulse ist sicherlich das Schritte zählen. Außerdem kann man zurückgelegte Kilometer, überwundene Höhenmeter und daraus jeweils folgend, verbrauchte Kalorien ablesen. Zusammen mit der aktuellen Uhrzeit kann man all diese Werte vom Display des Pulse ablesen, nacheinander versteht sich, so groß ist das Gerät ja nicht. Das gut lesbare Display reagiert sogar auf Touchgesten, mit einem Swipe kann man in der History zurückgehen. Das ist unterwegs schon sexy. Hat man den Pulse nachts am Arm, kann man damit auch seinen Schlaf überwachen, anhand der nächtlichen Bewegungen, zeichnet das gerät auf, ob tief, flach oder gar nicht schläft. Hat man den Tracker in der Hand, kann man auch seinen Pulse messen, indem man einen Finger auf den Sensor auf der Rückseite legt. D.h. also, man muss die Pulsmessung aktiv veranlassen und es wird nicht automatisch am Arm gemessen. Mehr Sensoren hat der Pulse jetzt nicht, für weitere Lifedaten gibt es bei Withings noch weitere Produkte, bspw. ein Blutdruckmessgerät oder eine Waage. Diese Daten kann man aber auch händisch in der App eingeben.

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Die App

Die (Android-)App ist tatsächlich sehr gut. Per Bluetooth, sowohl automatisch, als auch auf Anforderung, werden Daten mit dem Tracker synchronisiert und in einer Timeline und einem Dashboard aufbereitet. Zusätzlich zu den Trackingwerten kann man noch Gewicht, Körperfettwert und Blutdruckmessungen eingeben, oder von anderen Geräte syncen. Ebenfalls in die Datensammlung können andere Fitnessaktivitäten als Laufen, bspw. Radfahren, Schwimmen usw. einfließen, wenn man sie mit einer anderen App aufzeichnet. Kompatibel sind derzeit Runkeeper und MapMyFitness. Außerdem kann man mit MyFitnessPal eine App anschliessen, mit der man seine Erfolge beim Abnehmen aufzeichnen kann.

Ohne die App wäre so ein Lifetracker natürlich nur die Hälfte wert, da sie sowohl als Datenaggregator, als auch Datenvisualisierer fungiert. Man erhält einen hervorragenden Überblick über die erlaufenen Erfolge des Tages, der Woche und so fort. Hier kommt auch der Schlaftracker zur Geltung, den Verlauf einer Nacht in einer Grafik zu sehen macht schon Sinn, und erklärt mitunter, warum man sich vielleicht morgens manchmal genauso müde fühlt wie abends. Warum allerdings gerade acht Stunden (uneditierbar) als die ideale Schlafzeit genommen werden… da gibt es auch andere Ansichten. Ich erreiche sie jedenfalls höchstens am Wochenende.

Wie gesagt, die App ist super, vielleicht sogar der wichtigste Erfolgsfaktor des Trackers selbst. Die Aggregation der Daten und die Darstellung machen das Thema Lifetracking für mich erst richtig interessant. Wie gesagt, mit bringt es nichts, mich mit halbmarathonlaufenden Magersuchtanwärtern auf der Joggingmeile zu vergleichen, der einzig sinnvolle Gegner für mich bin ich selsbt. Ich und mein Schweinehund. Einen der Messwerte etwas hochzupushen funktioniert bei mir auch besser als irgendwelche Badges (seit „I’m on a boat“). Die gibt es beim Pulse natürlich auch, netterweise sind alle Badges einem Ort zugeordnet.

Gesamtergebnis

Ich liebe meinen Tracker, als nächstes bekommt er ein schönes Lederarmband. Und wenn ich auch in nächster Zeit fleissig meine Spaziergänge mache, schaff ich ja vielleicht auch ein paar Kilo runter zu bekommen. Und irgendwann dann kaufe ich mir die WLAN-Waage den Smart Body Analyzer, der neben dem Gewicht auch das Körperfett, die Herzfrequenz und die Raumluftqualität (???) misst. Warum nicht. Und irgendwann dann kann ich vielleicht auch wieder joggen ohne mir die Knie zu brechen. Aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Die mir dieser neue Lifetracker von Withings sicherlich erleichtern würde. Oder doch eine Smartwatch? Den Pulse kann ich dann immer noch in die Tasche stecken…

Für den Nutzer zumutbar?

Sind sie auch der Meinung, dass Onlinewerbung so richtig auf den Sack gehen muss? Nerven, unterbrechen und stören? Nein? Stephan Noller, Vorstandsvorsitzender der Firma nugg.ad, und nach seinen Angaben eine Reihe kluger Köpfe in der Onlinewerbebranche sind aber genau dieser Ansicht. Dies kann man bei brand eins, im Streitgespräch »Muss Onlinewerbung nerven« nachlesen. Das liest sich dann so:

In einer Marktwirtschaft ist Werbung nun einmal kein Freund des Konsumenten. Die nüchterne Funktion von Werbung ist es zu verkaufen. Es gibt in unserer Branche eine Reihe kluger Köpfe, die sagen: Wir brauchen Formate, die noch stärker unterbrechen. Nur dann wird es zum Beispiel gelingen, hochwertige redaktionelle Inhalte im Netz über Werbung zu refinanzieren.

Im Grunde natürlich kalter Kaffee. Auf der anderen Seite steht halt das Argument, dass man nicht Inhalte verkaufen kann, die keiner zu sehen bekommt, da die als störend empfundene Werbung geblockt wird, oder der Besucher vor erreichen des Inhalts das Weite sucht. Dass aber Onlinewerbung, außer bei Google, nicht funktionieren täte, ist für Herrn Noller natürlich alles Quatsch:

Wir haben die Markteinführung einer Nudelmarke in Dänemark begleitet. Wir haben das Unternehmen überzeugt, nur online Werbung zu machen, gut gemachte Banner auf qualitativ hochwertigen Websites. Das Ergebnis waren Schlangen vor den Supermärkten.

Schlangen in dänischen Supermärkten! Damit ist alles klar, Onlinewerbung funktioniert doch. Nur ein paar technische Probleme hat Herr Noller noch entdeckt, die ganzen Webseiten sehen nämlich viel zu unterschiedlich aus. Ganz anders als im Fernsehen, wo für einen Werbespot immer der Bildschirm zur Verfügung steht.

Oft müssen Heerscharen von Programmierern beschäftigt werden, weil die Werbeplätze verschieden aussehen und die technischen Anforderungen unterschiedlich sind. Vergleichbare Kampagnen in Print oder TV zu schalten benötigt oft nur ein Zehntel des Aufwands. Daher müssen wir automatisieren und standardisieren.

Und so weiter. Herr Noller ist zum Glück nicht der Einzige mit Visionen im Markt, aber er hat ja die klugen Köpfe hinter sich. Zu mobile Ads hat er allerdings nicht mehr zu sagen, als noch mehr unterbrechen (das muss der Leser aushalten) und ein beinahe Helmut Kohlsches guter Hoffnung sein, dass sich das Thema auch ohne interlektuelles Zutun seiner Branche lösen möge. Von responsivem Webdesign hat da noch niemand etwas gehört. Das widerspräche aber auch komplett den oben genannten Standardisierungsbemühungen.

Nollers Gesprächskontrahent ist übrigens „Der digitale Tsunami“-Autor Nicolas Clasen, der sich in dem Gespräch aber ausschließlich auf Google und TV-Werbung fixiert und so etwas eindimensional bleibt.

Man muss ja der brand eins für solche Streitgespräche einerseits danken. Andererseits haben sie sich auch einen echten Pflegefall Hardliner Spezialisten ausgesucht. Die Sache ist die: ich glaube ja immer noch, dass man mit Werbung etwas reissen könnte, wenn es nur mal jemand – auch technisch – richtig machen würde. Es gibt da durchaus Ansätze, die ich bei offensichtlich anderen klugen Köpfen der Branche beobachten konnte. Geht es aber nach Leuten wie Noller, dann sind wir doomed, doomed, doomed.