Das Facebookexperiment

Facebook benutzt Deinen Newsstream um Deine Gedanken zu manipulieren und Dich aggressiv zu machen. Und es funktioniert, bei mir jedenfalls: das macht mich aggressiv. Lasst den Aluhut im Schrank: ist alles wahr.

Facebook hat die Nutzerfeeds für ein größeres psychologisches Experiment manipuliert. Das geht aus dem Bericht hervor, den Wissenschaftler bei Facebook, in einem wissenschaftlichen Magazin veröffentlicht haben. Facebook hat dies auch schon bestätigt.

Der Ablauf des Experiments war denkbar einfach: der Feed von circa 600.000 Usern wurde so manipuliert, dass dort entweder mehr negative oder mehr positive Beiträge dem Nutzer gezeigt wurden. Die Qualifizierung, ob ein Post eher negativ oder eher positiv ist, übernahm dabei eine Software. Danach wurde überprüft, ob der betroffene Nutzer jeweils selber eher negative, oder eher positive Posts verfasste.

It shows how Facebook data scientists tweaked the algorithm that determines which posts appear on users’ news feeds—specifically, researchers skewed the number of positive or negative terms seen by randomly selected users. Facebook then analyzed the future postings of those users over the course of a week to see if people responded with increased positivity or negativity of their own, thus answering the question of whether emotional states can be transmitted across a social network. Result: They can!

Überraschung: wir sind natürlich alle total manipulierbar und posten, was uns unsere Timeline so vorgibt. Das lässt ja wieder mal tief blicken, und zwar gleich in mehrere Richtungen. Zunächst mal muss man sagen: Danke Facebook, für diese unglaubliche Offenheit, oder war Borniertheit das richtige Wort, derlei Experimente durchzuführen und (was für ein Glück) hinterher auch noch darüber zu berichten. Oder das so etwas im Rahmen der großartigen Privatsphäreregelungen von Facebook möglich ist, darauf ein lautes Hurra! Andererseits, hey!, das demonstriert ja wieder mal, wie intelligent wir Menschen wirklich nicht sind, und stellt nachträglich so manchen Shitstorm in ein anderes Licht.

Darauf wäre ich, man denkt ja dank NSA immer nur an Überwachung, ehrlich gesagt auch gar nicht gekommen: Gedankenmanipulation der Massen.  Das klingt ja doch eher wie Dr. Mabuse. Aber ein prima Feature, das Facebook da in Zukunft hat und sicherlich gewinnbringend bei Wahlen, in der Werbung und ähnlichen Dingen einsetzen kann. Die Zukunft beginnt genau hier…

Ich bin auch gar nicht überrascht. Nein, das ist Facebook, ich habe es geradezu erwartet. Und wer weiss, was da auf Twitter schon läuft. Uns erwartet jedenfalls eine wirklich rosige Zukunft. Oder eine sehr böse Zukunft. Je nachdem, was man uns fühlen lassen wird. Sie liegt wirklich in der Luft, die Weltherrschaft… Aber glücklicherweise gibt es ja eine leichte Lösung, wir brauchen ja nur auszutreten aus Facebook, uns abmelden, aussteigen… um Himmels willen, warum bekomme ich denn jetzt solche Kopfschmerzen?!

Metalsmith

Generatoren für statische Webseite, static site generator, gibt es wie Sand am Meer. Ich selbst habe schon angefangen zwei zu programmieren, es stellt also die Fingerübung des heutigen Contentprogrammierers dar, so wie früher alle mal eben ihr eigenes Blogsystem gebaut haben. In der Masse einen herrausragenden ist gar nicht so einfach.

Metalsmith ragt heraus, und ist nur ein npm install entfernt, also in Node JS geschrieben. Es ist ein einfacher Generator für statische Seiten, aber kann mit zwei Konzepten aufwarten die wirklich interessant sind und es zu einer eierlegenden Wollmilichsau der Site Generatoren macht und die wollen wir doch alle.

  • Plugins: jeder Ablauf des Metalsmith-Prozesses kann zwischen dem Einlesen der Daten und dem Schreiben in das Zielverzeichnis, beliebig viele Plugins ausführen. Es bringt schon etliche Plugins mit, in Wahrheit ist ja auch praktisch alles im Metalsmith-Prozess ein Plugin, aber man kann ganz leicht eigene Plugins schreiben.
  • Über das API, kann Metalsmith in andere Prozesse eingebunden werden, bspw. um die Basis für den eigenen project scaffolding Prozess zu bilden.

Metalsmith kann man ebenso in grunt oder gulp nutzen, es aber selbst auch zu einem Build-Tool ausbauen, mit dem man seine Projekte strickt. Wenn man will, kann man es zum Blog ausbauen oder seine Sass-Dateien damit kompilieren. Auf der Github-Seite finden sich reichlich Beispiele dafür. Gleichzeitig kann man Metalsmith aber auch per CLI benutzen.

TL;DR: Metalsmith ist der Alleskönner unter den Generatoren für statische Webseiten und dringend zum Test empfohlen.

Linkdecix

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Der Sponti-Spruch wird nun endgültig zur Wahrheit: Gedränge am Daten-Drehkreuz

Warum nach 2007 die NSA keine Daten mehr vom BND aus Frankfurt bekommen hat, lässt sich nur ahnen. Der neuen Bundesregierung und auch dem BND, dessen Chef der ehemalige Geheimdienstkoordinator Uhrlau war, soll angeblich die Sache zu heikel geworden sein. Gegen den Protest der NSA, heißt es, sei dann die Amtshilfe auf deutschem Boden für den großen Bruder beendet worden.

Was sich in Wirklichkeit ahnen lässt ist etwas anderes, nämlich dass die Zusammenarbeit nie beendet wurde. Etwas anderes anzunehmen halte ich für extrem naiv. Die NSA hat Deutschland angezapft und zwar über dessen eigenen Geheimdienst. Es gibt keinen Grund, eine derartige Zusammenarbeit zu beenden, ausser Entdeckung und inzwischen muss man wohl galuben, dass nicht mal das ein Problem für Geheimdienstler und ihre Auftraggeber darstellt.

nas-man 1

Noch mehr Sozialdemokratie? Gerne.

Es kann nicht sein, dass Internet-Giganten ihre Marktmacht missbrauchen, um sich auf Kosten deutscher Verlage zu bereichern. Das ist nicht gerecht, das ist nicht fair.

Sprachs Bundesjustizminister Heiko Maas, stampfte mit dem Fuß auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Und stellt [eine] Leistungsschutzrecht-Anpassung in Aussicht. Läuft ja alles wie geschmiert.

In SEO-Land bricht Panik aus: Google Drops Profile Photos, Google+ Circle Count From Authorship In Search Results

Google said that the “click-through behavior on this new less-cluttered design is similar to the previous one.” For some reason, I highly doubt that, but webmasters can be the judge of that, as this gets rolled out.

Das ist dann der Anfang vom Ende von Google Plus, gibt es doch keinen anderen Grund für ein Profil dort, als dass man sein Foto in die SERPS bekommen konnte.

Im Zusammenhang mit der Google I/O und dem dort vorgestellten neuen Google Design ist es allerdings auch zu etwas wunderbarem gekommen. Menschen fallen sich in die Arme, Glocken läuten, Feuerwerk und [John Applefanboyblueprint Gruber schreibt]:

This is the first time, ever, that Android has looked to me like a nice platform to use or to design software for.

Das ich das nocheinmal erleben darf. Heute abend dann patriotische Ausrastungsfeierlichkeiten Fußball-Länderspiel gegen die USA. Stellvertretend dazu David Nießen im Spreeblick:

Bisschen wenig Vorberichterstattung zum Deutschland-Spiel, oder? Man könnte man ja mal was dazu machen, dass beiden Teams ein Unentschieden reicht. Und das erinnert ja an die Schande von Gijón. Und dann sind Löw und Klinsmann ja noch Kumpels, das ist ja besonders brisant… Puh.

Linkyoyo

Gerade wenn man meint, es könnte nicht mehr witziger werden, yo… Say No to “Yo” and Join Team Hey

In English, the word “hey” is both a greeting and an interjection, meant to express a sentiment or get someone’s attention. It shares connotations with words like “wow” and “yo” and can be used to express ideas as complex as “I’m still thinking about you” and “I want to have sex with you,” even with minimal context.

Den aktuellen Aufreger in Sachen Leistungsschutzrecht: Google-Debatte: Waffen im digitalen Freiheitskampf, hab ich nach Lesen der Einleitung (Achtung, Triggerwarnung: es folgt ein Zitat!)

Das neofeudalistische Google-Monopol konnte nur mit Hilfe der traditionellen Verlage errichtet werden. Die Anerkennung dieser Mittäterschaft ist der Schlüssel zum Tyrannensturz.

als TD;DR (too dumb, didn’t read) klassifiziert. Steht hier sozusagen als Nichtlesetipp. Schön ist allerdings der Artikel von Mario Sixtus dazu: Das deutsche Internet, erklärt von Gabor Steingart. Das sagt eigentlich alles:

Herr Steingart behauptet hier nichts anderes, als dass sämtliche deutschsprachigen Artikel, die Google indiziert hat – also wohl so ziemlich beinahe fast alle Texte im deutschen Internet -, ihren Ursprung in deutschen Zeitungsverlagshäusern haben. Alle. Deutschen Texte. Im Internet.

Die Website der Nachrichtenagentur Reuters war ja gerade wieder das Ziel eine Hackingattacke der Syrian Electeonic Army. In Wahrheit wurde allerdings einer von Reuters Serviceprovider abgefischt, wie man in How Reuters got compromised by the Syrian Electronic Army nachlesen kann. Phishingmails dürften auch in deutschen Verlagen ein erhöhtes Sicherheitsproblem darstellen, liebe IT’ler: 2-factor-authentication sollte der Normalfall sein!

Linkkiosk

Viel los diese Woche beim Kartellamt. Einerseits versuchen deutsche Verleger nach wie vor ihr Leistungsschutzrecht durchzusetzen, diese Woche eben beim Kartellamt. An gleicher Stelle wurde auch der Börsenverein des deutsche Buchhandels vorstellig, um sich über Amazon zu beschweren, das Verlage wegen niedriger Ebook-Preise erpressen soll.

Die substantiellen Probleme von Spiegel Online. Der Datenjournalist meint:

Die Zwei Klassen-Gesellschaft in der Spiegel Gruppe, also die Printredaktion mit ihren Gesellschafteranteilen (Mitarbeiter-KG) versus Online ohne Anteile am Verlag, bleiben das zentrale Problem. Dabei muss online schnell etwas geschehen, sonst verliert SpOn hier bzw. gewinnt hier nie relevante nachwachsende Lesergruppen.

Also mal ganz ehrlich: meiner Meinung nach können sie’s ruhig so lassen. Leute, ruht Euch aus! Keine Sache.

Scoop: A Glimpse Into the NYTimes CMS. Muss jeder lesen, der mit Content-Management u.ä. auch nur im Entferntesten zu tun hat. Besser noch: Ausdrucken!

Muss auch jeder lesen, immer mal wieder: Scouting New York. Dieses mal mit einem gigantischen Tetris-Spiel an der 3rd Avenue.

Und natürlich: Die Simpsons in CSS !!!1!!11!!! In CSS!

Harper’s Island (2009)

dvd coverSeit Scary Movie hat Horror für mich immer etwas mit Komödie zu tun, was manchem unangenehm aufstösst, wenn ich in den grausigsten Momenten anfange zu lachen, weil wieder mal die schlimmst denkbaren Filmclichees über den Screen laufen. Aus genau diesem Grunde fand ich Harper’s Island unglaublich komisch.

Natürlich sehen die Macher das anders: sie haben eine Horror-Serie vorgelegt, etwas, ich muss schon jetzt lachen, völlig Neues. Horror-Serie bedeutet in diesem Fall natürlich, dass zu den bekannten horroresken Stilmitteln: einer wird von der Gruppe getrennt, verirrt sich allein im Wald und wird dort dann in kleinste Teile gehackt, noch so grandiose Errungenschaften wie im Sande verlaufende Nebenstories, Ablenkungsaktionen und natürlich Cliffhanger vorkommen, also einer wird von der Gruppe getrennt, verirrt sich allein im Wald und wird dort dann in der nächsten Folge verhackstückt. Alles in allem macht Harper’s Island das aber amüsant und streckenweise dann doch spannend genug, dass man sich die komplette Serie antut. Immerhin.

Also worum geht’s bei Harper’s Island? Eine Hochzeitsgesellschaft, inklusive einem guten dutzend näher eingeführter Protagonisten, macht sich auf den Weg nach Harper’s Island, der Insel, auf der ein Teil der Leute aufgewachsen ist, die sie aber nach einem Amoklauf des durchgeknallten Massenmörders John Wakefield, verlassen haben. Zur Hochzeit nun, kehren alle wieder zurück. Und noch im Hafen geht das Gemetzel los, ohne das es jemand merkt, wird Cousin X durch die Schiffschraube gehexelt. Ich hoffe ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass der Untertitel der Serie »Einer nach dem Anderen« sowas von Programm ist, dass man froh ist, was für eine riesige Hochzeitsgesellschaft sich auf den Weg zur Insel gemacht hat. Pro Folge werden zwischen ein und fünf Protagonisten ins Jenseits befördert, am Ende jedenfalls, sind nicht mehr viele übrig.

Harper’s Island funktioniert dabei leider nur im Mittelteil richtig gut. Am Anfang, noch während die unzähligen Opfer eingeführt werden, ist es wenig überraschend, wenn Figur X, die man gerade eben kennengelernt hat, allein irgendwo herumläuft und bamm!: tot. Und auf Harper’s Island kann man ja so viel allein rumlaufen. Relativ schnell kristallisiert sich dann aber die Kerngruppe heraus, die übrigens zunächst gar nicht von der ganzen Metzelei mitbekommen. Ab dem Punkt aber, wo allen offenbar wird, dass hier ein Massenmörder sein unwesen treibt, geht es auch schon steil bergab mit der Story. Es passiert nicht mehr viel als das eben noch völlig verängstigte Jungamerikaner plötzlich an der Aufgabe wachsen, sich eine Pumpgun schnappen, um alle zu retten, dann allein in den Wald gehen und… schon klar, oder?

Also: wer sich wie ich über die albernen Mechanismen eines billigen Horrorfilms auch noch in Serie unterhalten fühlt, der kann sich an Harper’s Island versuchen, allen anderen sei davon abgeraten, es gibt bessere Serien, die man sich anschauen kann.

TL;DR: Es wird jemand von der Gruppe getrennt, irrt allein durch den Wald und wird dann zerstückelt.

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