Feldforschung

Drei Fragen zur Feldforschung stellt man bei IT&W:

1. Warum schreibst Du ein Weblog?

Ja, warum eigentlich? Vor Jahren habe ich eine Art »Wissens- und Ideenspeicher« gesucht. Eine Möglichkeit, Sachen, die einem so nebenbei einfallen eben zu notieren und später wieder verfügbar zu haben. Über einige Umwege geriet ich über »Webtagebücher« und deren -ringe zu blogger. Also wurde ich gar nicht wiklich durch andere Blogs, sondern eher durch den Service selbst ans bloggen herangeführt. Der Tag an dem ich herauszufinden versuchte, was »blogger« denn eigentlich ist, verwandelte sich in eine 12 stündige Webtour durch etliche erst amerikanische und später auch deutsche Weblogs. Der eigentliche Startpunkt war schnell vergessen, die Blogs fand ich so interessant, sowas wollte ich auch machen.

Aber nach einer Woche schon wurde mir klar, daß da mehr drinsteckt, als man auf blogger.com anstellen kann. Und mit der ersten selbstinstallierten Blogsoftware auf eigenem Serverplatz entstand dann auch der erste inhaltliche Entwurf eines »Couchblog«. Und diese Idee wuchs immer weiter, beeinflußt durch andere Blogs, durch eigenen Ideen und durch Ereignisse von außen, z.B. die Aufnahme meiner Umschulung, die inhaltlich widerum eine kleine Kehrtwendung brachte.

Warum blogge ich also? Weil ich etwas entdeckte, was mich beeindruckt und beeinflußt hat, was ich nach- bzw. mitmachen wollte. Dabei waren es gar nicht so sehr die Inhalte anderer, die den Ausschlag gaben, sondern eher die Idee, die dahinter steckt. Darum sind Blogs und Bloggen auch immer ein Hauptthema für mich gewesen. Ich blogge nicht für mein Ego (aber auch), ich blogge nicht für Einschaltquoten bzw. Listenplatzierungen (wird aber trotzdem gern genommen), ich blogge für’s bloggen. Rekursiv irgendwie.

2. Welcher Anteil der Texte, die Du veröffentlichst, ist selbst geschrieben, wieviele sind im weitesten Sinne Zitate und Links auf andere Texte?

Müßte man vielleicht wirklich mal ausrechnen. Ein schneller Blick ins Archiv für Mai belegt eine Verteilung von 68,5% Zitate und Links, 31,5% eigener Content. Das dürfte typisch sein, so ca. 2:1 mit Tendenz zu mehr Zitaten und Links. Bei den Links widerum dürften Zitate aus oder über andere Weblogs die Mehrheit haben, da das bloggen an sich wie gesagt ein großes Thema ist.

3. Kann man Weblogs – jetzt oder später – irgendwie kommerziell nutzen und damit Geld – direkt oder indirekt – verdienen?

Ja, nein. Ja, weil ich glaube, daß irgendwann erkannt werden wird, welche Power wirklich in den Weblogs schlummert, nämlich Content. Content ist interessant für Werbung und für andere Geldquellen die vielleicht einmal zur Verfügung stehen. Will man z.B. Werbung auf Webseiten machen, muss man sich sicher sein können, daß diese Seiten auch frequentiert werden. Eine Webseite, die nicht regelmäßig Content produziert ist für den Werbenden bis auf eine Phase von hoher Besucherfrequenz in der Anfangsphase, uninteressant. Aber der Werbende ist ja nicht nur auf Content, sondern auch auf den richtigen Content angewiesen. Was liegt also näher als die Weblogs, deren Inhalte oft bestimmte Themen abdecken, als Werbefläche mit direktem Zugang zur Zeilgruppe zu nutzen? Die Frage ist, wie weit man mit einer solchen Vermarktung geht. Ich würde nicht einschätzen, daß man damit reich wird, aber zur Deckung der Serverkosten z.B. halte ich es durchaus für Gerechtfertigt. Oder zur Finanzierung eines Dienstes, der kostenlos Weblogs zur Verfügung stellt, dann eben mit Werbefläche. Insofern also Ja.

Nein, weil ich nicht an den direkten Verkauf von Content glaube. Also ein Weblog, daß man nur gegen Geld lesen kann, es mag eine Nischenexistenz für eine relativ kleine Zielgruppe funktionieren, sich so vielleicht sogar legitimieren, ob es zum Reichtum des Betriebers führt, das mag wohl wirklich nur in Einzelfällen möglich sein. Hier würde ich dann auch nicht mehr von einem Weblog reden wollen, das kostenlose und private Contentangebot gehört für mich irgendwie zur Definition Weblog dazu.

MT-Do Test, MT 2.64

At first some test…

 4th Dan Black Belt

Your real career as a scholar of MT-Do, and an effective teacher to both experienced and novices have begun. MT-Do is now more a way of life, than a practice.

Take the MT-Do test

Via: Just a lascivious geek.

Second: there is an upgrade waiting: Movable Type 2.64 released:

This is a maintenance release, fixing various CSS, XML-RPC, UI, and Creative Commons errors. This release also plugs a number of cross-site-scripting (script injection) holes for search queries, comments, TrackBacks, and notifications, and is recommended for anyone using any of these features. We have also improved the options for available RSS templates–in addition to the RSS 1.0 template that we have always provided, the default templates now include an RSS 2.0 template instead of a 0.91 template. Also in the default templates, this release fixes the rendering of the default stylesheet (»Clean«) on Windows Internet Explorer. The full changelog lists the changes and fixes in 2.64.

Download here. Via Haiko Hebig.

Q.E.D.

Q.E.D., »quot erat demonstrandum«, was zu beweisen war. Hat unser oller Mathelehrer immer gerne benutzt, obwohl er unter seine Lösungen auch gerne schrieb: S.E.I.D., für »So einfach ist das«. Das paßt.

Von wegen mutlos

Jens Scholz hat einen wirklich lesenswerten Artikel über die Deutschen und die (angebliche) Mutlosigkeit geschrieben, den ich hiermit zum Standardwerk erhebe und vor dem Genuss jeder Tagesschau als Lektüre empfehle.

Quintessenz:

Die vermeintliche »Mutlosigkeit« ist nämlich in Wirklichkeit keine. Es ist die Weigerung, mitzumachen. Es ist das Signal, dass Demokratie funktioniert und Politik ohne Mehrheit nicht.

Via: wurch.log