Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Das allseits beliebte A List Apart Magazin veranstaltet eine Umfrage unter den programmierenden, entwickelnden und schreibenden Netizens: rund 37 Fragen, die man schnell hinter sich bringen kann, zu gewinnen gibt’s auch etwas und von den Ergebnissen partizipieren wir dann alle im Magazin. Los, mitmachen!

Auf die Idee muss man auch erst mal kommen: das Smashing Magazine hat 35 prominenten Webdesignern jeweils 5 Fragen über Webdesign gestellt. Herausgekommen sind 175 Antworten mit Tipps und Hinweisen darauf, wie die bekanntesten Webdesigner arbeiten. Und, wenig überraschend, alle Kochen mit Wasser. Denn: viel Neues findet sich in diesen Antworten nicht, wer regelmäßig Webrecherche betreibt, kann und wird alle genannten Techniken, Schriften, Ansätze kennen. Aber das ist ja nicht schlimm, denn zum einen ist das ein sehr guter Überblick, zum anderen beweist es, wie stark die weltweite Onlinecommunity der Webdesigner ist.

Nico [via Cool Hunting]

Mist. Gerade ist man mal so richtig sauer auf Google, weil sie sich mehr als Datenkrake als die Guten generieren, da kommen die Jungs wieder mit einer knallhart genialen Sache um die Ecke: der Google AJAX Feeds API.

With the AJAX Feed API, you can download any public Atom or RSS feed using only JavaScript, so you can easily mash up feeds with your content and other APIs like the Google Maps API.

code.google.com

Damit löst sich dann auch schon wieder eins der Probleme, die man als AJAX-Programmierer so haben kann, wenn man Feeds in die Anwendungs einbauen will: eine zwischengeschalteter Proxy kann nun entfallen, um domainübergreifend auf Feeds zuzugreifen. Und ab dort wird’s dann auch noch komfortabel: denn um das Format des Quellfeeds muss man sich auch keine Gedanken mehr machen, RSS 0.9 bis 0.irgendwas, RSS 2, Atom, wird alles schön von Google einplaniert und als JSON abgeliefert.

Mal ganz ehrlich: find‘ ich wirklich prima.

Gleich noch ein Update: Ajaxian hat dazu natürlich wieder eine längere Story und auch gleich eine schöne Beispielanwendung.

Sam Sethi ist offenbar Mitglied in verschiedenen Social Networks und bringt es auf den Punkt:

I recently joined Twitter, Xing, Jaiku and OpenCoffee and in each case I had to recreate my social network manually by inviting the very same people to join me on the latest greatest new social network. I would love to have exported my XFN/FOAF network from one of my sites like LinkedIn and then uploaded it e.g Twitter would then automatically check to see which of my existing contacts was already registered with Twitter and enable me to reconnect quickly with them. The remainder my social network that was not already on Twitter would then get an invite form created from me asking them to join.

www.vecosys.com

Tatsächlich sind die sozialen Netzwerke zwar sozial, aber abgeschlossen, obwohl bspw. mit FOAF und XFN Techniken/Formate zur Verügung stehen, die das Ex- und Importieren der persönlichen Daten zumindest rudimentär ermöglichen sollten. Stattdessen gehen die Daten immer nur rein ins Netzwerk, selten heraus. Bedenkenswert.

Mehr dazu auf Open Gardens, einer Initiative für das Open Web.

Manchmal fragt man sich aber doch, ob bekannte Webdesigner wie Jon Hicks nicht einfach zu viel Zeit haben. Anders kann ich mir kaum erklären, wie man genug spare time finden kann, um ein komplettes CSS-Theme für Google Reader vorzulegen. Respekt! [Via Simon Willison.]

Its not trying to be original or ‘better’ than the default theme, it’s just trying to make it look like a Mac OS X app – that’s all I want!

www.hicksdesign.co.uk

Kann man nicht anders sagen: das hat wirklich geklappt! In Firefox fügt man das User-Stylesheet am besten mit der wunderbaren Erweiterung Stylish hinzu, eines der Firefox-Plugins, die man sowieso haben sollte (um so schöne Sachen zu machen wie: .ad {display:none !important;} **gg), aber auch andere Browser, wie Camino, Safari, Opera oder OmniWeb lassen sich zur Benutzung site-spezifischer Stylesheets überreden. Im Web 5.0 gestalten wir dann alle unsere Seiten so, wie wir sie sehen wollen. 😉

NetNewsWire unterstützt in den aktuellen Betas der Version 3 Microformate!, berichtet Microformatique.

Kann sich das endlich flächendeckend durchsetzen, bitte!?

Google ruft zum Google Developer Day am 31. Mai 2007, auch nach Hamburg!

Focusing on the theme „Building Blocks for Better Web Applications,“ Google Developer Day will explore innovative uses of Google developer products to create and enhance applications, integrate with Google services and reach millions of users on Google and beyond.[…]

Google engineers and product experts at each location will lead sessions in topic areas such as, „Developing with Geo: Google Maps, Google Earth and SketchUp,“ „Tools for Better Web Development: The Google Web Toolkit, Open Source and Other Developer Initiatives“ and „Mashups and More: AJAX, Google Gadgets and the Google Data APIs.“

www.google.com

Holla die Waldfee, da will man ja vielleicht hin. Klar, eigentlich lieber nach Mountain View, aber wenn’s sein muss, reicht mir auch Hamburg. Obwohl: so richtig Google Developer will ich mich ja nun auch nicht schimpfen, **gg. [via Ajaxian].

Via Roger Johansson, bezogen auf Jeremy Keiths The language of accessibility, der sich anläßlich der BIENE-Award-Verleihung 2006 widerum an einem Zitat von Johnny Häusler orientiert (und Johnny in eine Liga steckt mit Jason Kottke, oha…), stellen wir (jetzt alle gemeinsam) fest, dass sauberes, richtiges, semantisches HTML per se barrierefrei/accessible ist. Punkt.

Den Gedanken kennt man ja nun schon. Und er kann richtiger nicht sein. Alles weitere sind Extensions. Jedenfalls ist »eine Seite barrierefrei machen« schon mal der falsche Gedanke, denn das setzt voraus, dass die Quelle nicht barrierefrei ist, also schlechtes HTML. Vielmehr als das Herstellen von Barrierefreiheit ist das Bewahren von Barrierefreiheit die Aufgabe.

Genau der Prozess der Erhaltung des guten HTMLs (bzw. zunächst mal der Herstellung des Zustandes) präsentiert sich mir in den letzten Jahren als permanente Abwehrschlacht gegen ein Vielzahl von Personen und Gruppen, die ihre Interessen wider besseren oder schlicht ohne Wissen gegen sinnvolle Webprogrammierung und -gestaltung, für die schnelle Lösung gg. die Zugänglichkeit und so fort durchsetzen. Ich habe viel darüber gelernt, wie man diese Schlacht schlägt, aber es bleibt ein ewiger Kampf.

Steigen wir vorsichtig mit ein wenig Musik wieder ein. Vom Netzlabel iDeology habe ich schon ein Release für das Coden mit Kopfhörern qualifiziert. Der neueste Stoff von dort hat mich allerdings wirklich ein wenig aus den Socken gehauen. Authist & Dub One! – The Hidden Dub Files EP, das ist fast schon ein wenig zu schön, um damit die Nächte im Coding-Keller zu verbringen. Passt irgendwie zu Wetter und Frühlingsstimmung: die Tracks (Scheibe trifft die Sache leider nicht mehr) laden mehr zum ‚rausgehen ein, raus in den Park, auf die große Wiese wo immer die Jungs mit den dicken Zigaretten rumlungern. Sommer, Sonne, Sonnenschein, Stimmung, gute Laune, stakkatohaft hintereinander gereihte Attribute von Dub und Reggae.

Mein Favorit: Drumz against Racismn, ein verspieltes Rythmusstück mit einem schweren Einschlag von Pazifikinselstrandmusik. Freddy (Quinn) in der Südsee, wenn das jemandem noch etwas sagen mag. Man beachte auch das “n” am Ende des Titels.

Jetzt mal im Ernst, man kann doch kaum glauben, das solche Töne aus Deutschland kommen. Vielleicht aus den Gegenden nahe der holländischen Grenze? Und was mag daran nur »hidden« gewesen sein? Also wenn diese Tracks irgendwo im Gedankenkeller eines Studios rumlagen, dann kann man sich wohl glücklich schätzen, das der Authist sie hervorgekramt hat. Danke auch.

Und wo wir gerade dabei sind (ganz offensichtlich überweht diesen Artikel ein leicht harziger Geruch, aber bur musikalisch!): D.Soul präsentiert auf/bei Corpid »One Night in Amsterdam«. Das ist wieder schöne breite Minimalmusik für’s Coden, passt aber ebenso zu einem Ausflug nach Grachten-City. Hätte mir als Untermalung zum Ausflug »wir fahren kurz nach Amsterdam und suchen die halbe Nacht ein Hotelzimmer und landen dann in einer Absteige namens Regal« gut gepasst.