Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Stand ich zunächst dem »Dashboard« (als Speicherfresser) eher mißtrauisch gegenüber, wendet sich so langsam das Blatt: 2GB Arbeitsspeicher und einige Plugins, die ich wahrlich nicht missen möchte haben ihren Teil dazu beigetragen. Ganz neu auf meinem Amaturenbrett: das jQuery-Reference-Plugin (via jQuery Blog), das mir so manchen Aufruf der (offenbar immer noch von Serversorgen geplagten jQuery-Doku) ersparen soll/wird.

Beim Roger in Schweden geht es gerade um den perfekten Linkbutton mit CSS, ein Thema, das einen wahrlich stundenlang aufhalten kann und bei dem man nie wirklich zum Ende kommt. Rogers Linkbuttons sollen: »automatische horizontal wachsen um beliebige Textmengen aufzunehmen; vertikal und horizontal wachsen, wenn der Text in der Schriftgröße wächst oder mehrere Zeilen hat; sein “Design” innerhalb sinnvoller Grenzen beibehalten; runde oder andere Ecken darstellen können; komplett klickbar sein und lesbar sein, wenn Bilder deaktiviert sind«. Das klingt nach einer unlösbaren Aufgabe eigentlich, denn das »sind ja gleich sechs Wünsche auf einmal«.

Tatsächlich ist das, was Roger dann dort gebaut hat ziemlich viel HTML- und CSS-Code: aber es funktioniert. Aber: es ist einfach unglaublch, was man anstellen muss, um in HTML/CSS vernünftige, ansprechende Buttons zu gestalten. Das zeigte bspw. auch gestern Particletree mit »Rediscovering the button element«. Linkbuttons, Inputs vom Typ „submit“, <button></button>-Konstrukte, es ist schier unmöglich auf allen Browsern identisch aussehende Buttons hinzubekommen, ohne ganze Buchkapitel in CSS zu schreiben, komplizierten und völlig unlesbaren HTML-Code zu produzieren – der noch dazu aussieht, als wenn man nur <tr> und <td> durch <div> oder <span> ersetzt hätte, und/oder und überhaupt Javascript zum Verschicken von Formularen einzusetzen. Regt mich das auf. Ach ja und sobald man dann beim Datei-Upload angekommen ist, geht sowieso alles Styling den Bach runter.

Herr Nielsen wird schreien: »das ist genau richtig so!«, denn die Bedienelemente des Browsers sollen so aussehen, wie die Bedienelemente des Betriebssystems bzw. des Webbrowsers selbst und hat eigentlich recht, nur dann besteht unsere Welt fürdahin nur aus Buttons mit den den Aufschriften »OK« und »Cancel«, vielmehr ist da nicht drin. Und was den Usability-Gurus gefallen mag, hassen die Designer und ihre Chefs. Selbst wenn man dem Webdesigner beibigen kann, das ein Button nunmal aussieht wie ein Button, spätestens drei Stunden nach dem Launch ruft der aufgeregt Chef an: »Sagen Sie mal, bei meinem Internet Explorer 5 auf Windows 98 sehen unsere Formulare aber ganz seltsam aus: DA MÜSSEN SIE ABER NOCHMAL RAN!«.

Ich fordere deshalb: …ja, was fordere ich eigentlich? Und von wem? Ach ja: liebe HTML Working Group, liebe Browserhersteller, wir brauchen zusätzlich zu den schon bekannten Inputs ein weitgehend gestaltbares und von allen Browsern unterstütztes (Link-)Button-Element. Also <button />, nur in allen Browsern funktional und mit zusätzlich der Möglichkeit, mit einem <href> einen Linkbutton daraus zu machen.

Beim MBR ist man auf der Suche nach dem perfekten PHP Application Framework und gemeinsam stellen wir alle fest: das Angebot ist lang aber nicht -weilig. Freundlicherweise sind dort mehr Frameworks gelistet, als man kennen muss, ein hervorragender Ausgangspunkt für Tests, allemal. Man könnte aber auch einfach das Framework mit dem albernsten Namen wählen: in die engere Auswahl gehören dann wohl »Blue Shoes« (wg. Sinnlosigkeit), »Medusa« (Mythologie ok, aber Medusa?) und »Qcodo« (sinnlosr webzwonullr Name). In der Liste fehlt natürlich das Zend Framework – also bei den ernstgemeinten Frameworks, nicht bei den albernen Namen.

Mit einer ersten Testversion zieht jQuery 1.1.3 am Horizont auf. Viele Informationen gibt es noch nicht, lediglich deutliche Änderungen im Bereich Events, Selektoren und Animationen sind angekündigt.

Ganz offensichtlich habe ich den CSS Reboot mal wieder verpasst (huch!). Macht nix: am 1. Juli gibt’s das deutschspachige Pendant: den CSS Neustart (via pixelgraphix). Nicht das ich nun garantieren könnte, bis dorthin wirklich rebooten zu können: zuviele Entwürfe, Ideen, Ansätze, Layouts, ja sogar tonnenweise fertigen Codes sind bei mir schon den Gang allen Irdischen gegangen — aber ich werde es wieder versuchen. Nicht, dass mir das hier selbst nicht gefällt, aber ich möchte mal wieder etwas für mich machen. Und für meine Leser, von denen ich weiss, dass sie auch einen Kommentar hinterlassen, wenn sie etwas gut finden…

Wer am Sonntag morgen zur Arbeit geht… ist doof. So do I.

Man könnte schon von breaking News sprechen, wenn man den letzten Berichten aus der W3C HTML Working Group folgt: selbige hat sich nämlich just entschlossen, sich die Vorschläge der WHAT WG zu eigen zu machen und deren Web Applications 1.0 und Web Forms 2.0, kurz HTML5, als working draft zu akzeptieren. Auf dieser Basis will die neue HTML Working Group nun den nächsten Standard für HTML entwickeln, der dann auch HTML5 heissen soll.

Damit ist einerseits schon mal ein grosser Schritt in Richtung HTML5 getan. Anderseits: auch hier ist mal wieder nicht alles Gold was glänzt:

As you would expect from a public group, open to anyone with a passion for web standards, the W3C’s new HTML Working Group is a noisy place.[…]

As respected web standards blogger Roger Johansson wrote earlier this week, proposals are routinely posted on the Working Group’s mailing list that would make a standards-aware developer break out in a cold sweat. One recent example was a very serious proposal for an <indent> tag, with the argument that you shouldn’t have to learn CSS to indent something in HTML.

www.sitepoint.com

Hüstel. OK: ein sehr noisy place. Was da so abgeht, kann man sich leicht vorstellen, wenn man dem Bericht folgt, daß bspw. im HTML5-Draft nun die Wiedereinführung des <font>-Tags vorgesehen ist. Viele Elemente, die keine semantische Bedeutung haben sind auf dem Weg von HTML3 nach 4 als übrflüssig gekennzeichnet worden, bspw. <tt>. Anderseits, <b> und <i> haben überlebt und erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Eigentlich nicht schlecht, denn offenbar gibt es (Typengraphen mögen das bitte eines Tages wegdiskutieren) den Drang, in Texte einzelne Worte entweder kursiv oder fett darzustellen, obwohl diese Stellen eben keine semantische Bedeutung haben. Das Benutzen von bspw. <em> wäre in diesem Fall also nachgerade ein Fehler. Standardistas würden hier wohl ein <span class="italic"> o.ä. vorschlagen (im CSS dann span.italic {font-style: italic;}), was sich aber nicht durchsetzen will. Lässt man aber unsemantische Elemente zu (aus Tradition, Faulheit oder Glaube daran, daß HTML eben auch nicht semantische Elemente zur Textgestaltung braucht), dann…, ja dann stehen natürlich auch Kollegen wie der code><font>-Tag direkt wieder vor der Tür und erbeten Einlass. Gruselig. Allerdings: im Draft steht auch, dass selbiger ausschliesslich für WYSIWIG-Editoren gedacht ist… noch. Darüber und über viele andere Punkte kann man sich natürlich trefflich streiten, Roger Johannsson bspw. bleibt nach wie mit einem schelchten Gefühl zurück.

Die Zukunft von HTML5 würde ich als mittelmäßig rosig bezeichnen wollen, vieles sprciht dafür, dass es sich um einen Standard handelt, der sich durchaus weitläufig durchsetzen könnte. Dies liegt zum einen daran, dass die HTML Working Group, anders als die XHTML2 Working Group, massiv von den Browserherstellern (Microsoft, Mozilla, Apple) gefeatured wird. Die Chance dass HTML5 in absehbarer Zeit in den Webbrowsern landet ist also als hoch einzuschätzen. Die Schwäche die XHTML erlitten hat, also die mangelhafte Umsetzbarkeit echten XHTMLs (ausgeliefert als XML) und die Unbeirrbarkeit mit der nun auch XHTML2 an den Realitäten vorbeientwickelt wird, tut das ihrige dazu. Vielleicht lassen sich in Zukunft auch mehr Webentwickler, denen Standards bis dato am Allerwertesten vorbei gingen, zur Nutzung von HTML5 überreden und HTML3-Konstrukte sterben aus. Vielleicht auch nicht, aber die Chance auch unter Missachtung aller Standards einen Treffer zu landen ist mglw. höher. Eins ist aber sicher: es wird noch ein wenig dauern, bis HTML5 einsetzbar ist.

Ab sofort wieder online: die Campus Community! Und alles in Drupal!

Ich bin ja im Moment mehr in anderen Projekten vertäut, habe aber zwischendurch auch immer wieder an der Umsetzung der Oberfläche mitgearbeitet. Anhand der grafischen Vorlagen (für soetwas haben wir ja eine eigene Abteilung) haben wir getan, was wir konnten. 😉

Einen Löwenanteil an der Entwicklung haben übrigens die Erdfische übernommen, sonst hätten wir das so schnell gar nicht geschafft. Thumbs up! Apropos schnell: Mitte Januar haben wir beschlossen auf Drupal umzustellen, Ende Februar gab’s die ersten Entwürfe, seit heute sind wir online. Das hat ja wirklich ewig gedauert!

Ich verlasse mich ja lieber auf ColorZilla, wenn’s um Webfarben und deren Hexadezimalcodes geht, aber die Idee sich Webfarben anhand von Sprüchen zu merken ist auch nicht schlecht. Müsste man mal in deutsch umsetzen… 😉

… ist down. Ein unfreundlicher Provider hat offenbar nach eine DDOS-Attacke gegen die Site den Hahn zugedreht und die Verträge gekündigt. Mehr dazu bei Learning jQuery. Ich habe gestern die jQuery-Doku zunächst schmerzlich vermisst, aber zum Glück gibt’s ja noch Visual jQuery als Alternative.

Update: jQuery.com ist inzwischen wieder erreichbar, aber bspw. die Doku funktioniert noch nicht wieder…

Update Update: Alles wieder up.