Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Was ich an Jakob Nielsen so hasse sind genau diese hab ich Euch doch gesagt Texte. Der Mann macht jede wissenschaftliche Erkenntnis durch seinen dauerhaft erigierten Zeigefinger zu nichte, zumal er gerade in diesen Teilen seiner Texte weder richtig zitiert noch seine Äußerungen wirklich belegt. Ach verdammt und trotzdem lese ich es immer wieder.

Not all phishing attacks target sites with obvious financial value. Beginning in mid-March, we detected a five-fold increase in overall phishing page views. It turned out that the phishing pages generating 95% of the new phishing traffic targeted MySpace, the popular social networking site. While a MySpace account does not have any intrinsic monetary value, phishers had come up with ways to monetize this attack. We observed hijacked accounts being used to spread bulletin board spam for some advertising revenue. According to this interview with a phisher, phishers also logged in to the email accounts of the profile owners to harvest financial account information. In any case, phishing MySpace became profitable enough (more than phishing more traditional targets) that many of the active phishers began targeting it.

googleonlinesecurity.blogspot.com

Mal davon abgesehen, dass es eigentlich nur eine deutsche Community gibt, wo sich soetwas lohnen würde (aufgrund der Aussicht auf Daten und Erfolg),… man sollte durchaus ein Auge auf solche Dinge haben. Insgesamt sehr interessanter Artikel beim Google Online Security Blog, wenn er auch zum Ende hin sich eher an die Anfänger wendet („immer schön das Anti-Viren-Tool updaten…“).

Bei Apple kann man seit gestern Safari 3beta herunterladen und zwar für OS X und Windows. Mag sein, dass ich da mal nicht der representative Apple-User bin (was ja nichts schlechtes ist), aber ich hasse Safari und ich glaube nicht, dass mir Safari für Windows irgendetwas bringt, ausser zusätzlichen Testaufwand. Ich bin es auch Leid, allen Windows-Usern immer wieder zu erzählen, dass sie ihren IE in die Tonne kloppen sollen. Als Alternative würde ich ihnen ausserdem niemals den Browser empfehlen, der sozusagen der IE der Mac-User ist: der Browser der auf dem System installiert ist und den alle benutzen, die von ihrem Rechner keine Ahnung haben und die ihren Browser mit »Internet« verwechseln. Die gibt’s nämlich auch bei den Maccies. Inzwischen. Nee oh nee.

Google hat seine »Webmaster Guidelines« ein wenig erneuert und zeigt dort auf, was nun wirklich nicht gern gesehen wird (das gab’s schon) und (das ist neu) erklärt auch warum und wie man die genannten Untaten vermeidet. Das sollte für jeden einen Blick wert sein, denn dann hat man die Gegenargumente gegen böses/schlechtes SEO direkt parat:

googlewebmastercentral.blogspot.com

Citronengras: SPONtaner Boykottaufruf.

Disclaimer: Ich arbeite aber ja auch für eine der dort genannten Alternativen: zeit.de.

The (unofficial) blog that Jakob Nielsen might have written if he actually had a blog (which he hasn’t): What if Jakob Nielsen had a blog?, via InfoDesign.

Man soll sich nicht aufregen. Aber ist mal jemandem die Welle der – ich nenne das jetzt mal – »10, 20, 30 irgendwas-Postings« aufgefallen? Die 10 besten Firefox-Plugins, die 20 besten Tipps, wie man ein Blog führt, die 30 besten Firefox-Plugins, 40 tolle Freeware-Apps, 50 beste GTD-Tipps, 60 Tipps, wie man 50 GTD-Tipps in den Griff bekommt, die 150 besten Firefox-Plugins und so weiter und so fort. Mal davon abgesehen, daß dieses Titelschema anscheinend irgendwie klickfördernd wirkt, und davon abgesehen, dass sich die Inhalte (gerade und ganz besonders bei den Firefox-Extensions/AddOns/whatever) immer und immer wiederholen – bei den ganze Firefox-Plugin-Orgien schreibt auch noch einer beim anderen falsch ab, das ist besonders schlimm: es langweilt mich zu Tode. Und ist irgendwie auch kaum noch mit wirklicher Recherchearbeit verbunden, vielmehr mit Recycling: ich meine, wenn ich mal meinen del.icio.us-Feed für das Tag »Firefox« zu einer HTML-Seite zusammenstricke, dann haben wir auch die »200 besten Firefoxtricks aller Zeiten«. Aber das will man doch nicht, da kann man doch den Feed lesen.

Die Welt scheint sich in den Kopf gesetzt zu haben, uns unbedingt offline zu stellen. Anders lässt es sich wohl nicht erklären, daß nun auch Google ein Offline-Toolkit zur Verfügung stellt: Google Gears. Selbiges muss man sich installieren, es steht für Windows, Mac und Linux, und dort für Firefox und Internet Explorer 6+ zur Verfügung. Google Gears stellt ein versioniertes Offline-Storage-System (Local-Server und Database) für Web/Offlineanwendungen zur Verfügung, zusätzlich gibt es den Worker Pool, eine Art Laufzeitumgebung für Javascripte, die im Hintergrund ablaufen sollen, ohne den Browser zu blockieren.

Dare Obasanjo merkt ganz richtig an, dass wohl viele Webdeveloper diesem geschenkten Gaul ins Maul schauen werden, dass Google so seine eigenen Anwendungen immer weiter zu einer echten Konkurrenz zu bspw. Office-Programmen ausbauen kann und es ganz allgemein noch viele Webanwendungen mit Offline-Support geben wird. Bei Ajaxian stellt man mal wieder eine abgeänderte Version von RSS Bling vor, diesmal arbeitet der Demo-RSS-Reader natürlich mit Gears. Mit ähnlicher Technologie, aber meines Wissens nicht weit verbreitet war ja schon einige Zeit das Dojo Offline Toolkit am Markt, dort verkündet man stolz, das selbiges nun auch Google Gears als Plattform nutzen würde, mag sein, mag aber auch sein, dass man bei Nutzung beider Komponenten mit dem Amboss auf den Hammer zu schlagen droht. Ok, man muss es zugeben, ganz neu ist diese Offline-Geschichte nun nicht mehr und Google entwickelt wohl seit 2005 daran, hat sich also reichlich Zeit gelassen. Für Dave Winer jedoch ist das alles ein richtig alter Hut:

Something we had working in Radio in 2001. The key is something called a desktop web server. Nothing revolutionary about it. A database and CMS that runs on the local machine. I suspect that their approach will be heavier on the database and lighter on the CMS, since they like Ajax apps (as do many others, of course), where the content rendering happens in the browser, in Javascript.

www.scripting.com

Update: Noch schnell hinterhergeschoben: Google Reader ist die erste Google-App, die Google Gears nutzt.

In stressigen Phasen kann es leicht mal zu Unstimmigkeiten in großen Teams kommen, beispielweise, wenn nicht alle Teammitglieder am gleichen Ort arbeiten. Durch die ausschliessliche Kommunikation via Telefon, Email und bspw. Jabber kochen die Emotionen schnell hoch und manchmal bricht sogar offener Streit aus. Sitzt der Kollege oder die Kollegin nur zwei Büroräume weiter, kann man sowas ja leicht beim Essen in der Kantine klären, wenn man möchte. Zuweilen erlebt man aber trotzdem einen »breakdown in communication« (sic!, Pinter), oder man hat Probleme mit Kollegen, die einfach weit weg oder sonstwie für persönliche Gespräche nicht greifbar sind. Soll vorkommen.

Bei Web Worker Daily kümmert sich gerade Judi Sohn um ein ähnliches Szenario und bietet ganz hervorragende Lösungswege an:

Start that email letting your colleague know exactly how miserable they’re making your life…but don’t hit send when you’re done. Walk away. Do something else. Relax. Get yourself to think clearly about the goals of the project, and the project only. Then come back and go line by line through your email and eliminate any words or sentences that don’t explicitly move the project forward. Make every word count, and keep it on the business.

Deeskalation galore. Interessant finde ich den Ansatz zum einen, weil er so schön ergebnisorientiert ist und zum anderen, weil er der typischen Situation: »Projekt kurz vor Abschluss oder Absturz, Stress, schnell kommunizieren, blitzschnell sarkastische und vergrätzte Mail zurückschreiben« so wunderbar zugegen läuft. Aufstehen, Weggehen, genau das entgegengesetzte machen. Und es geht interessant weiter: mit einem Punkt, der mir sehr am Herzen liegt, denn ich persönlich könnte wirklich ausrasten… also gut, mir geht der Hut hoch, wenn eine Antwortmail aus einem Thread mit einem Mal an den Papst, seine Kinder und deren Vertreter weitergmailt wird, einfach um Druck zu machen:

Use bcc and cc carefully. When we’re frustrated with a colleague, and a project is on the line, we have a natural tendency to move into “CYA” mode by cc’ing and bcc’ing managing staff or other “oh, now you’re gonna get it” folks. Once you bring a third party into your dispute, there’s no turning back.

webworkerdaily.com

45-Jähriger gesteht Bahn-Erpressung(…)

Der arbeitslose Fachinformatiker aus Niedersachsen gab am ersten Verhandlungstag zu, aus finanzieller Not gehandelt zu haben. Er habe Schulden aus seiner ersten Ehe gehabt und auf Grund seiner Hepatitis-Erkrankung seinen Job verloren. Laut Anklage soll der Mann im Februar versucht haben, die Deutsche Bahn um zwei Millionen Euro zu erpressen. Bei Nichterfüllung der Forderung habe er mit dem „größten Anschlag in der Geschichte der Bahn“ gedroht.

www.tagesspiegel.de

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