Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Habemus Nexus 7

Seit ein paar Tagen nenne ich ein Android-Tablet mein Eigen, wer hätte das gedacht?! Die Kombination aus Preis, Jelly Bean/Project Butter und dem wie ich finde handlichen Format hat wohl dazu geführt. Die zahlreichen Android-Tablets, die ich beruflich in den letzten Monaten in Augenschein nehmen konnte waren jedenfalls keine Werbung, insofern muss man sagen: trotz HTC, Sony, Acer und letztendlich Medion habe ich nun ein Nexus 7.

Kurzer Einschub: Ich weiss ja nicht, ob sie es wussten… Nexus oder gar Nexus 7 sind keine sonderlich einfallsreichen Markennamen. In der Industriegeschichte gab es unter diesem Namen schon alles, vom Motorroller bis zum Sexspielzeug (einfach mal bei Amazon suchen). Außerdem ist der Nexus wie jeder weiss das dämliche Star-Trek-Konstrukt in dem Picard und Kirk aufeinandertreffen. Und sicherlich nicht zuletzt ist Nexus-6 eine Baureihe von Androiden (!!!) in Blade Runner.

Zunächst einmal zum Format, nur damit das klar ist: wenn demnächst das iPad mini kommt und alle plötzlich voll auf kleine Tablets abfahren — also ich bin schon da. Überprüft jetzt schonmal, was ihr dazu in ein paar Wochen sagen wollt, nur so also Warunung. Ich steh‘ auf die sieben Zoll, vielleicht, weil ich so kleine Pianisten- Programmiererhände habe, und beim iPad die geteilte Tastatur zwar wie für mich gemacht ist, aber irgendwie dann doch nicht, weil ich damit nun mal nicht tippen kann. Geht einfach nicht. Das um Kilo leichtere Nexus liegt übertrieben ausgedrückt beim Tippen in der Hand wie ein Feder, jedenfalls im Vergleich zum iPad. Und man verbrennt sich auch nicht die Flossen dabei; man merkt den Quadcore-Prozessor bei der Rechenleistung und nicht als Abwärme an den Fingern. Und ich will jetzt nicht behaupten, dass 216ppi Retinadisplay wären, aber scharf ist der Nexusbildschirm trotzdem genug.

Aber das ist natürlich am Ende alles unwichtig, wenn es keine Software zu kaufen oder wenigstens geschenkt gibt. Und das gebe ich gerne zu, der Google Play Store ist zwar crowded, aber die wenigsten Sachen machen einen guten Eindruck. Da ist viel Kleinkram, Abgekupfertes und viel alter Wein in neuen Schläuchen dabei. Und es scheint Vorschrift zu sein, keinerlei gut gestylte Icons zu haben. Finden kann man im Google Play tatsächlich nur schwierig etwas, man braucht Blogs und Presseartikel, die einem den Weg zeigen. Aber, das ist ja im AppStore nicht anders. Allerdings: die wirklich wichtigen Apps gibt es alle auch für Android: 1Password, Google Reader, Dropbox, Kindle, Evernote, WordPress, Twitter, Facebook…

Außerdem funktioniert das Suchen, die Eingabe per Sprache (IMHO besser als bei Siri und ohne Widerworte), Google Music (hatte noch all die Songs die ich während der Beta einst hochlud, schluck), man kann Filme streamen (einen bekommt man auch geschenkt, obwohl… für Transformers III ist ja geschenkt noch zu teuer), Mail mit Gmail und Exhange (!) funktioniert, Kalender geht, Kontakte sind alle drin und so fort.

Nur eine Sache: verdammt, warum um Himmels willen gibt es denn kein 3G/4G? Nun muss ich jedes Mal mit dem iPhone tethern… das ist doch irgendwie uncool. 😉

10 Kommentare zu “Habemus Nexus 7”

    1. Die 3G-Version kommt angeblich in 6 Wochen. Das ist ein wenig ärgerlich, aber die WiFi-Version wird man sicher wieder los…

      Ich bin ja uneinsichtig und hab‘ mir auch eins gekauft, und ja, toll ist es ja, aber: schon liegt es wieder rum. Das Nexus 7 ist einfach ein großes Galaxy Nexus, und niemand hat behauptet, dass das Galaxy zu klein ist :-). Tablets, selbst in der 7″-Geschmacksrichtung, bieten für mich immer noch einen zu geringen Mehrwert für das zusätzliche Gewicht.

    2. Was den Zusatznutzen angeht, bin ich vielleicht als 2,5-Stunden/Tag-Pendler ein kleiner Spezialfall. Da bin ich mit Tablets bisher immer gut gefahren. 😉

    3. Wie teuer war das Teil denn nun? Oder ist das wieder so ein Büro-Tablett? 😉

    4. 199 EUR + 9 EUR Versand – 20 EUR Einkaufgutschein bei Google Play. Die 16 GB Variante kostet ’nen Fuffie mehr.

      Buy now 😉

    5. Blade Runner ist ja ein guter Grund für den Namen; auch wenn ein Tablet sicher nie diesen Kult erleben wird 😉

      Ansonsten kann ich deine Punkte gut nachvollziehen, bestätigen inkl. dem 3G Thema.

    6. Ja. Dropbox und die die WordPress-App waren (latürnich neben dem Browser) die besten Apps auf Android, als ich noch auf Android unterwegs war, sechs Generationen zuvor, hehe.

      Spiele, die ich mochte waren: Battleheart und Robotek. Der „Root-Explorer (File-Manager)“ ist noch ganz handlich, wenn man mal was im File-System sucht und ConnectBot, wenn man mal auf eine andere Maschine muss. Für eine Weile hat mir sogar die Audible-App gute Dienste geleistet. Und mit dem QQPlayer bekommt man so ziemlich jedes Video-Format abgespielt, auch wenn er etwas suspekt chinesisch ist.

      Viel Freude dort, mein Freund!

    7. Hast Du das Kindle Fire auch schon auf dem Schreibtisch? Da würde mich ja Dein Urteil auch noch interessieren.

      Apropos Urteil: Ich wollt’s ja eigentlich am dazugehörigen Artikel kommentieren, aber da sind die Kommentare inzwischen zu darum hier ein kleiner Ausbruch von „Ich hab’s ja gesagt“: Wunderkit wird auch schon wieder beerdigt. Gut so!

    8. Nein, noch kein neuer Kindle Fire hier. Frühestens Mittwoch. Vom alten (1024×600, Android 2.3) kann ich sagen, dass ich davon wenig begeistert war. Mal sehen wir der neue daher kommt. Weniger androidisch nehme ich mal an…

    9. Ich bin gespannt.

      Nebenbei: Was das „Das“ in „Das Weblog von Nico Brünjes“ eigentlich schon immer fett? Schön, dass es hier immer noch was zu entdecken gibt!