Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Path liest Adressbuchdaten und lädt sie auf seinen Server

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich das geschlossene soziale Netzwerk Path über den grünen Klee gelobt und musste dafür auch Kritik von den Kommentatoren einstecken. Yet another social network, das uns Informationen über uns und unsere Aufenthaltsorte aus der Tasche leiert war wohl das Fazit. Allein: es kommt noch schlimmer.

Wie Arun Thampi festgestellt hat und was Path inzwischen auch bestätigt hat, macht die Path-App vor allem eins: sie liest das komplette iPhone-Adressbuch aus und lädt es auf einen Path-Server!

Laut Aussage von Path braucht man das, um nach möglichen Kontakten im Adressbuch zu suchen, andere Apps, namentlich zum Beispiel auch Facebook bekommen das aber auch hin, ohne gleich die ganzen Daten zu entführen. Klipp und klare Aussage: soetwas hat keine App zu tun. Path will nun ein Update liefern, das eine Opt-In-Möglichkeit für die Feature anbietet, ob damit auch die Adressbücher von Leuten, die mit dem jetzigen Zeitpunkt die App löschen und aus Path austreten gelöscht werden, ist noch offen.

Das werde ich nun aber auf jeden Fall machen. Asche auf mein Haupt, irren ist menschlich.

Path should be private by default. Forever. You should always be in control of your information and experience.

8 Kommentare zu “Path liest Adressbuchdaten und lädt sie auf seinen Server”

    1. Allein schon, wie der Entwickler auf den Vorschlag reagiert, Freunde per Hashing rauszufinden: „This is a good alternative solution which we’ll look into. Thanks for the idea.“

      Ja ich glaub es hackt! Auf solche völlig selbstverständlichen Basics kommen die nicht selbst? Irre.

    2. Hihihi… ist das nicht eher der CEO von Path, der da mitkommentiert? Und was CEOs so von sich geben in technischen Dingen… 🙂

    3. Ahso, ja. Dachte naiverweise, bei einem sog. Startup gilt noch CEO = Entwickler.

    4. Der Herr ist übrigens „Co-Inventor of Facebook Platform“.

    5. *ggg nach Co-Inventor hatte ich tatsächlich nicht weitergelesen (»been there, bought the t-shirt…«). LOL. Voll der Depp, full ack. 🙂

    6. Selbst wenn ich das Adressbuch vom MacOS (oder auch: iOS) nutzen würde, würde ich mich mehr darüber aufregen, wenn meine Freunde ihre Adressbücher mit meiner Adresse bei Google oder Facebook hochladen (wobei ich den zweiten Halbsatz nicht einmal im Konjunktiv formulieren muss).

      Aber unabhängig davon: Ich unterstelle vorsichtshalber erstmal jeder App, daß sie sowas macht – weil sie es kann. Etwas mulmiger wird mir übrigens beim Nachdenken darüber, was die Apps so alles mit den eingebauten Kameras machen können…

    7. Ich muss leider eingestehen, dass ich keinesfalls davon ausgegangen bin, dass Apps sowas können. Ich meine durchsuchen, haschen, natürlich keine Frage. Aber ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es von Apple im Rahmen der Zugangsprüfung zum AppStore verhindert würde (wenn man bedenkt für welche Kleinigkeiten wir schon rejected wurden). Falsch gedacht. Oder das wenigstens eine Warnung aufpoppt, wie bei den Ortsinformationen. Aber wieder: falsch gedacht,

      Ja, ich weiss: naiv. Gnnpf.