Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Path

Update: Von der Nutzung von Path rate ich inziwschen ab, weil Path Adressbuchdaten vom Telefon gestohlen hat und an seine Server übertragen hat oder das auch noch tut.

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Path für iPhone

Das im November 2010 gegründete soziale Netzwerk Path ist der wohl der gegenwärtige Liebling der Silicon-Valley-Kreise und hat auch schon in D/A/CH ein wenig Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es unterscheidet sich von anderen sozialen Netzwerken an zwei grundlegenden Punkten, das macht es überhaupt erst interessant:

Die Funktionen von Path sind schnell beschrieben, da sich das Programm selbst auf das Einfachste zu beschränken versucht. Kern der App ist das Path des Nutzers, der ähnlich wie die Timeline bei Facebook angelegt ist. Dort werden entlang der Zeitleiste die Aktionen des Nutzer aufgehängt. Beim Start sieht der Nutzer einen kombinierten Pfad aus seinen eigenen und den Momenten die befreundete Nutzer freigegeben haben.

Solche Momente sind Fotos, Nachrichten über Treffen mit Freunden, Checkins, Songs die gerade gehört werden, allgemeine Kommentare und tatsächlich: schlafen gehen und aufstehen. An der Liste sieht man schon, Path hat sich an allen sozialen Netzwerken der letzten drei Jahre reichlich bedient. Es kann genauso als eine Art Foursquare dienen, oder auch als Instagram, tatsächlich stehen auch ähnliche Fotofilter zur Verfügung. Das ist einerseits natürlich alles ziemlich kopiert, andererseits fehlt allen Funktionen natürlich der Crowdsourcing-Effekt. Ob das den nötigen Unterschied ausmacht, muss sich zeigen.

Die Beschränkung auf ein wirklich privates Netzwerk mit nur 150 Verbindungen zu Familienmitgliedern und engsten Freunden ist natürlich schon ein interessantes Feature. Die Erstellungen einer Timeline, wie Facebook es inzwischen anbietet und das Teilen von Momenten und Ereignissen mit Freunden ist ja an sich eine gute Idee. Für viele Leute (ich schliesse mich da durchaus ein) ist aber der öffentliche Charakter den solcherlei Aktivitäten auf Facebook schnell haben können abschreckend. Es wäre natürlich ein leichtes auch innerhalb von Facebook nur eine kleine Gruppe aufzubauen, aber zum einen vertrauen nur noch wenige auf die aktuellen und vor allem zukünftige Sicherheitseinstellungen bei FB. Zum anderen sind heutige soziale Netzwerke nun einmal für die Verbreitung von Information konzipiert, was man eben auch bemerkt.

Der Massenfaktor, der zum Beispiel Foursqare oder auch Qype so hilfreich macht, fehlt aber natürlich. Wenn man den überhaupt will. Vielleicht ist ein Kneipentipp von Freunden eben genau das Qualitätsmerkmal, das man will. Und vielleicht will man eben genau darüber informiert sein, wo die Familie gerade den Abend verbringt. Keine leichte Aufgabe, die sich Path da vorgenommen hat.

Ich halte fest: die iPhone-App einfach sehr gut designed, habe ich mich direkt hineinverliebt. Nicht nur total chic und slick, sondern auch funktional hervorragend durchdacht und einfachst zu bedienen. Das macht schon mal einen Riesenspaß. Nun stehe ich aber natürlich vor dem Problem, dass wenn ich es mit der Privatheit sehr ernst nehmen würde, ich nur sehr wenige Menschen finden werde, die ich in meinen Path zulassen kann. Die Schnittmenge aus Familien, engsten Freunden und iPhone bzw. Androidnutzern ist tatsächlich noch sehr gering.

20 Kommentare zu “Path”

    1. Geht mir genauso – Facebook-Kontakte sind zahlreich vorhanden, aber Kontakte für den privaten Path noch _sehr_ spärlich gesät. Aber ohne die macht’s wiederum auch keinen Spaß… 🙂

    2. Das könnte hier im Hinterland des Internets noch ein wenig dauern, bis da eine kritische Masse erreicht ist. Aber: Path funktioniert ja theoretisch auch einfach zu zweit… wenn man sich viel mitzuteilen hat. 🙂

    3. Danke für die Einladung aber ist das nicht ein zweites Facebook? Letztendlich wird es wahrscheinlich damit enden, dass FB das aufkauft oder einfach nachprogrammiert.

      Ich gucke es mir aber gleich mal an damit ich einen qualifizierteren Kommentar abgeben kann. 😉

    4. Die mangelnde Schnittmenge zwischen „virtuellen“ Freunden, die man in Twitter/Facebook/G+ etc. hat, und den Real-Life-Freunden ist es dann auch, was Path zur Zeit schwierig macht. Da ist Facebook dann noch der größte gemeinsame Nenner.

    5. Das ist der iA Writer unter den sozialen Netzwerken: Kann nix, sieht aber schön aus.

    6. @Ingo *gg

    7. Ich habe für mich selbst leider auch aus den schon genannten Gründen (wenig private Bekannte mit Path) noch keinen wirklichen Zusatznutzen daraus finden können. Momentan nutze ich das eigentlich nur als Bilderinterface um auf Twitter und Facebook gleichzeitig zu posten, das ist immerhin ein kleiner Anwendungsfall in dem Path auch richtig gut aussieht.

    8. @Simon

      Das geht aber einfacher über die E-Mail Schnittstelle der beiden Dienste als umständlich über eine App finde ich.

    9. Email? Unter welchem Stein bist Du hervorgekrochen, bitte?! 😉

    10. Path wurde übrigens auch für einen Crunchie vorgeschlagen.

    11. Aaaaaalso: Habe Path ja nun drei Tage im Betrieb und muss sagen: Ja, es ist eine wunderschöne Anwendung. Alleine wie diese Action-Buttons rotieren kurz bevor sie eingeklappt werden. Hübsch. Aaaaaaber: Twitter (und meinetwegen aus Facebook, wo ich quasi nix mache außer stupsen und mich anstupsen lassen) bietet mir dadurch, daß via Retweets auch mal Lustiges/Interessantes/Informatives außerhalb der eigenen Followerschaft in die Timeline gerät, mehr als Path. Aber schon erstaunlich, wie altbacken ein noch vor einer Woche sexy Dienst wie Twitter gegenüber Eye-Candy-Path plötzlich wirkt.

      Meiner unmaßgeblichen Meinung nach darüber hinaus sehr interessant: Die Path-Leute machen sich gar nicht mehr die Mühe, eine Webseite für ihren Dienst zur Verfügung zu stellen. Einfach nur noch als App, oder übersehe ich da was??? Vielleicht machen das andere ja schon länger so, aber ich nehme das hier erstmals so wahr und meine, das ist schon ziemlich bemerkenswert: Etwas, das man benutzt wie einen klassischen Web-2.0-Dienst ganz ohne Webfrontend/API und den ganzen Mist.

    12. Ja, wie gesagt, ich bin mir auch nicht sicher, wie sinnvoll erfolgreich geschlossenes Networking wirklich ist.

      Ein weiterer mobile/API-Services ohne Website: instagram.

    13. Nee, wollte ja auch gar nicht widersprechen, sondern nur meine Eindrücke nach drei Tagen Nutzung schildern. Ich hätte allerdings das sinnvoll gar nicht mal gestrichen…

      Ah, instagramm…. Hab ich noch nicht genutzt, kann man da auch so followen und so? Dann finde ich halt instagramm und path bemerkenswert 🙂

    14. Hatte ich auch nicht als Widerspruch empfunden, sondern wollte Dir vielmehr zustimmen. 🙂

    15. Nach einer Woche Path muss ich sagen: Path macht es aktiv schwierig, Dinge zu sharen. Gut, man kann leider Fotos und die Tatsache, dass man ins Bett geht oder aufwacht teilen, alles andere nervt aber: Keine Webseite heisst, dass ich mich mit der Bildschirmtastatur rumquälen muss, wenn ich längere Texte schreiben wollte.

      Kein Share-Intent (Intents sind sowas wie Mac OS X-Services, aber flexibler) bedeutet, dass ich keine URLs, keine gerade gehörten Musikstücke, keine Bilder, Orte, Dateien etc. sharen kann. F**k that. Das ist eine iOS-Sandbox verkleidet als Android-App :-(.

    16. … da ist leider ein leider zu viel, falls sich jemand wundert… 🙂

    17. Wow! Ich kann jetzt noch toller noch weniger Freunden mitteilen, wo ich gerade stecke. Das habe ich immer schon vermisst!

    18. Höre ich da ein ganz wenig Sarkasmus heraus? 😀