Codecandies

Das Weblog von Nico Brünjes.

Twitterdämmerung?

Das mit Google+ (aka. G+, ich hätte ja G-dot lustiger gefunden) etwas kommt, das die Landschaft der social networks verändern wird, ist nicht erst klar, seit man an allen Ecken davon lesen kann. Stellten die ersten Kommentatoren jedoch G+ noch als den möglichen Facebookkiller dar, scheint beim zweiten hinsehen viel eher Twitter in Gefahr zu sein, durch den Vorschusserfolg des Betastarts an Nutzerunterstützung zu verlieren.

Auch wenn die Aussage, Twitter sei konzeptionell am Ende hart klingt, steckt doch viel Wahrheit darin. Nicht dass ich mir geüwnscht hätte, dass Twitter sein Konzept noch wesentlich erweitert, wäre es mir doch auch lieb gewesen, das Konzept wäre durch die krampfhaften Monetarisierungsbemühungen nicht weiter verwässdert worden. Trotzdem stimmt es: Twitter ist am Ende nicht mehr als Massen-SMS, was die Limitierung des Nutzererlebnis und die limitierte Erweiterungsmöglichkeit angeht. Das Broadcast- und Followingmodell hat aber Vorteile und das social web sicherlich voran gebracht. Diese Modelle sind aber auch ohne Twitter nutzbar. Möglicherweise sogar besser.

Und da sich nun G+ auf Twitters Kernnutzerschaft (Geeks and Nerds) stürzt und bei denen, wie wir überall lesen können überaus gut ankommt, könnte zunächst eher Twitter denn Facebook in Gefahr geraten. Ja, so kann’s gehen, sagte die Glaskugel…

Derweil in Googlehausen: …werden schonmal bei Picasa und Blogger die Stecker gezogen, nein, sie werden G+ einverleibt. Außerdem wird die Echtzeitsuche abgeschaltet.

5 Kommentare zu “Twitterdämmerung?”

    1. „Derweil in Googlehausen …“ Lustigster Absatzstart des Sommers! Auch weil ich das so dufte finde. Endlich mal weg mit den rotzigen Submarken und Anmutungen!

    2. Da bin ich skeptisch (ohne wissen zu können, wohin die Reise gehen wird). Auch ICH bin von G+ sehr angetan, denke das Revolutionärste könnte auch darin liegen, dass Leute plötzlich ein Quasi-Blog haben (ohne es vielleicht zu merken). Auf Twitter möchte ich aber so schnell nicht verzichten. Dann schon eher auf Facebook.

      Wir werden’s sehen. Spannend wird es allemal.

    3. Och, mit Facebook habe ich ehrlich gesagt längst schon wieder abgeschlossen (wo ich es jetzt nicht mehr als Login für turntable.fm brauche), der Gedanke, dass mglw. auch Twitter den Weg allen Internetschen gehen könnte war mir noch nicht gekommen…

    4. Twitter ist für mich ein wichtiger Informationsfilter, bei dem ich innerhalb weniger Sekunden entscheiden kann, intressiert mich oder interessiert mich. Facebook konnte dies nie ersetzen durch die vielen Bildchen und Filmchen und Gimmicks. Google+ wirkt aufgeräumter und ersetzt mir eigentlich eher Facebook, wenn denn noch soetwas wie „Fan-Seiten“ geschaffen wird. Sobald dies der Fall ist, habe ich kaum noch einen Grund bei Facebook zu bleiben. Twitter hingegen erfüllt für mich eine wesentlich andere Aufgabe.

      Es ist spannend, vor allem in Hinsicht, wie Google sich bei den AGBs verhält und wie sehr unintressante Gimicks das doch sehr straffe Konzept von G+ in Zukunft verwässern werden.

    5. *flüster* Herzlichen Glückwunsch zum Ehrentage, mein Lieber!