Happy new year?

2017 ist gerade ein paar Stunden alt und es hängt mir schon jetzt zum Halse raus. Silvesterparty, wenn ich das schon höre. Wettsaufen bis 0.00 Uhr und dann erweitertes Überlebenstraining unter Böllerbeschuss in klirrender Kälte irgendwo in der Dunkelheit eines Garagenplatzes. Oder die andere Version: Diner for One, Ohnsorg-Theater, nochmal Diner for One, Stössken und ab in die Heia. Und irgendwer…, also irgendwer muss ja auch diese ganzen Sketch- und Witzshows anschauen, die rund ums neue Jahr laufen. Oder Phil Collins, live in concert, auf 3Sat. Ja, oder nicht? Und nicht den Silvesterstadl vergessen, nein nein.

Au ja und immer schön „Prost Neujahr“ und „Guten Rutsch“ und vor allem „happy new year“ trällern, yikes! Da bleibt einem doch der Käseigel im Hals stecken. Zu keinem Moment scheint sich das Volk in einer Quasiwelle von gestelztem Konservatismus so einig zu sein, wie an Silvester. Und am Brandenburger Tor finden sich die Massen ein. Und die Kanzlerin spricht aufbauende und konservative Worte, und Kiwi zählt den Countdown, würg würg. Und dann pusten wir Millionen in die Luft, werfen sprichwörtlich das Geld zum Fenster hinaus auf die Straße, oder sprengen uns damit die Hände und Trommelfelle weg. Ein so intellektuelles Völkchen da draußen.

Also mal ehrlich liebes Volk, hier ist meine Neujahrsansprache: wenn ich mir so anschaue, wie ihr euch an Silvester benehmt, da bin ich mir sicher: das wird hier nichts mehr, da hilft nur noch auswandern! Na dann: happy new year, Miss Sophie!

Bild: Annie Spratt