Alexa: geh sterben!

Es klingt wie eine Story aus einer Stand-Up-Comedy, bestenfalls wie eine schlecht gemachte Fake-News von Russia Today, oder ein Witz der unter Sysadmins herumgeirct wird: Nachrichtensprecher löst reihenweise Bestellungen von Puppenhäusern aus. Ich bin geneigt einen Podcast zu produzieren, der bei Amazon Echo Kunden Ware im Gegenwert des Bruttosozialprodukts von vier Saarlands bestellt. Warum? Weil es geht! Die dämliche Alexa reagiert offenbar auf alles gesagte und anders als wenn man „Siri“ in sein Telefon säuselt, alles was in einem Raum gesagt wird, eben auch vom Fernseher. Ich sehe vor mir, wie gewitzte Menschen „echo-targeting“ in Fernsehwerbung machen und sich mit nächtlichen Spot-Ausstrahlungen vor dem TV eingeschlafene Echo-Besitzer mindestens ruinieren, wenn nicht ausnehmen.

Das ist aber natürlich nicht nur eine News-Story zum Schmunzeln Kaputtlachen, sondern beweist einmal mehr, wie ausgereift der ganze Homeautomationskram mittlerweile ist. Nämlich gar nicht, oder soweit, dass er einem zwar Schmerzen bereiten kann, ohne sicher zu sein. Ich traue solchen Vollzeitüberwachungsgeräten wie Amazon Echo ja sowieso nur so weit wie ich es werfen kann, aber offenbar gibt es Horden von very first adoptern, die dafür Schlange stehen und hoffen, dass sich die frühen Probleme im Laufe der Entwicklung dann schnell geben werden und danach Amazon das Bankkonto abräumt und nicht mehr irgendein Spammer oder jemand, der von draußen vor dem Haus ins Netz eingebrochen ist. Letzterer räumt dann wahrscheinlich auch nicht nur das Konto ab, sondern auch gleich die ganze Wohnung, weil er Alexa sanft ins Ohr flüstern kann: „Alexa! open the front door!“

Getestet: iPad Case aus Palisanderholz

Dies ist ein gesponserter Post, mehr oder weniger1.

Von der iPad Air2 Klapphülle aus Palisanderholz von Ultratec habe ich viel erwartet. Seit langer Zeit habe ich mich mit einer Kunstlederklappe für das Tablet herum geschlagen, die täglich allein durch Gebrauch hässlicher wurde und sonst eigentlich keine Features aufzuweisen hatte. Nun also eine Kompletthülle aus Holz, also mehr Haltbarkeit und Schutz und eine Ecke edler noch dazu.

Die visuellen Anforderungen erfüllt die Hülle von Ultratec noch in der Verpackung, Palisander ist ein sehr rötliches Holz, die Oberfläche ist glatt und fest und glänzend. Man muss die Farbe ein wenig mögen, dann ist man vom Aussenmaterial schnell überzeugt. Mein iPad Air2 passt sehr gut in die Kunststoffhalterung, die das Tablet zwischen den Holzdeckeln halten soll. Man drückt es von oben in die Halterung, es sitzt auf Anhieb fest. Die Innenhülle enthält auch die nötigen Aussparungen für Kamera, Mikrophon, Lautstärke-Tasten, sowie Kopfhöreranschluss (!) und Antenne. Das passt gut, bis auf die Lautstärkeregler, die sitzen etwas tief, wodurch man mit der Fingerkuppe nur mit Druck an die Tasten kommt, besser geht es mit dem Fingernagel, wenn man einen hat.

Der Holzdeckel besteht praktisch aus einem einzigen mehrfach segmentierten Teil, dessen erstes Segment an der Innenhülle festgeklebt ist. Durch vorgeknickte Ecken kann man den Deckel nun um das Tablet herum legen, wodurch es komplett vom Holzdeckel umschlossen wird. Die einzelnen Segmente des Deckels lassen sich knicken, zum Teil auch zusammenfalte, um verschiedene Standposition für das iPad zu ermöglichen. Da man das in verschiedene Richtungen und von verschiedenen Seiten aus machen kann, gibt es mehrere unterschiedliche Standpositionen, mit verschiedenen Winkeln des Bildschirms zum Betrachter. Nicht alle sind allerdings so fest, dass man glauben kann, dass sie auch so vorgesehen sind. (Eine „Faltanleitung“ gibt es wohl nicht.) Zum Material: das Holz ist stark und fest, aber auch sehr dünn. An der Innenseite ist eine Vliesschicht angebracht, die das iPad schützt. Sie ist ok, könnte aber etwas dicker sein. So bleibt der Deckel sehr fest, starr und hart auch nach innen, was zum Beispiel daran merkt, dass es laut „Klack!“ macht, wenn man ihn etwas zu schnell oder kraftvoll zu macht. Überhaupt macht das Holz natürlich Geräusche, mehr als bspw. eine Leder- oder Kunstlederhülle.

Ich habe die Hülle jetzt ein paar Wochen benutzt, es sind noch keine farblichen Abnutzungserscheinungen (bspw. an den Kanten und Rändern) zu beobachten, obwohl ich das Tablet dauerhaft im Rucksack mit mir herumschleppe. Einmal ist es auch schon heruntergefallen, allerdings auf Teppich: nichts passiert. Aber: die Hülle hat inzwischen von irgendwoher einen Kratzer abbekommen, fast wie ein Schnitt. Den sieht man leider deutlich, siehe Foto.


  1. Dieser Text gleicht zu 99% einer gesponserten Rezension, die ich im Rahmen des Vine-Programms für Amazon geschrieben habe. In der Bemühung, alle von mir produzierten Onlineinhalte zu sammeln, schreib ich sie hier nochmal auf. 

Spotify kauft Soundcloud?

Nachdem Apple mit seinem seltsamen Apple Music in den Markt drängt, zusammen mit Amazon, das in all unseren Wohnzimmern Echo-Lautsprecher aufstellen will, gerät der Streamingmusikmarkt offenbar in Bewegung. Das könnte auf jeden Fall ein Grund dafür sein, dass Spotify wohl Soundcloud aufkaufen möchte. Auf dem Papier passen die beiden gut zusammen, meint John Gruber, aber eben nur da.

Spotify hat sich in den letzten Jahren so schnell vom netten Startup zur Major-Label-sorry-Hure entwickelt, dass man sein Abo eigentlich gar nicht schnell genug loswerden konnte. Oder es eben aus Mangel an Alternativen behielt. Soundcloud dagegen ist der coole Independent- und DJ-Musikdienst, mit Sitz in Berlin btw., der es geschafft hat, die Musikproduzenten auf seine Plattform zu bringen. Ohne bis heute natürlich, von etlichen Finanzierungsrunden mal abgesehen, auch nur einen Cent zu verdienen. Daran haben auch Gehversuche als reiner Streamingsdienst (Soundcloud Go) wohl nichts geändert.

Spotify sieht darin aber eine Konkurrenz und droht nun nicht das erste Mal mit Kauf. Was den Soundcloud-Investoren, unter denen wahrscheinlich nur wenige DJs sind, wohl aber Twitter, natürlich sehr gefallen wird. Dem Streamingnutzer dagegen wohl eher nicht. Was Spotify haben will, sind die 135 Millionen Titel Repertoire, die Soundcloud gesammelt hat, meist DJ-Mixe oder Remixes. Verhandlungsmasse bei der Sache sind also die kreativen Leistungen der Uploader. Zusammen mit der Aussicht, dass Spotify nach Einverleibung den Laden wahrscheinlich einfach zu machen könnte, gefällt mir das alles gar nicht.