Productive, der habits & daily goals tracker

Viele Menschen nutzen ja To-do-Listen, um sich zu organisieren Dinge zu tun. Meine To-do-Listen sind mehr Zettelsammlungen, oft reicht es mir nämlich, eine Sache aufgeschrieben zu haben, um sie dann auch zu tun. Das hat bei den To-do-Listen-Apps nie so gut geklappt, hier sammle ich eher Themen für eine wesentliche spätere Abarbeitung. Schwierig fällt es mir eher, in meinem täglichen kreativen Chaos die regelmäßigen Dinge zu tun, die lästigen wiederkehrenden Aufgaben. Für dieses Problem gibt es natürlich eine iPhone-App: Productive.

Mit einer Mischung aus regelmäßiger To-do-Liste, Erinnerungsfunktion und etwas Gamification will der habits & daily goals tracker einem die täglichen Routinen beibiegen, die man leider allzu oft vergisst. Das kann Zähneputzen, Medikamente einnehmen, Wasser trinken, Spazieren gehen, Wäsche waschen, die Wohnung putzen, Meditieren, ein Hobby ausüben, oder Sport machen sein, um nur ein paar Beispiele aus den vorbereiteten Tasks zu nennen. Natürlich kann man auch selbst Aufgaben hinzufügen. Eine Aufgabe enthält, neben ihrer Beschreibung, einen Zeitplan wann und wie oft sie auszuführen ist. Und so zeigt und erinnert einen Productive dann für dahin an die kleinen lästigen Dinge, die man immer vergisst.

Als Erfolge werden im Gamification-Anteil sowohl hintereinander, also regelmäßig ausgeführte Tasks hervorgehoben, als auch die perfekten Tage ausgezeichnet, also jene, an denen man alle Aufgaben geschafft hat.

Entgegen den Eingangs genannten To-do-Listen, hilft mir Productive ganz gut Dinge zu tun, die ich sonst garantiert vergesse: bspw. das ich im Büro auch noch etwas anderes als Kaffee trinken muss. Wäsche waschen bevor der Wäscheberg bis zur Decke wächst ist auch so ein Ding, das gerne hinter dem abendlichen Netflixen zurück gestellt wurde. Und als ich ein paar Wochen regelmäßig Medikamente nehmen musste, hat das mit Produktive gut geklappt. Einfach mal kostenlos testen…

Foto von Oliver Thomas Klein.

10 Jahre iPhone war gestern

„Harzigen Glühstrumpf“ nachträglich, wie man in jenen Tagen noch manchmal schrob im Jahr des falsch gebildeten Präteritums: 2007.

Als das iPhone endlich auf dem Markt kam, hatte ich schon so viele falsche Ankündigungen darüber gehört, das Apple ins Telefongeschäft einsteigen wollen würde (tun getan), dass ich es schlicht nicht geglaubt habe, bis Steve Jobs es auf der Bühne verkündete. Ein bewegender Moment, wahrlich.

Und ich war direkt begeistert, denn was Jobs da präsentierte hatte ja mit dem heutige iPhone bzw. seinem nervigen Appstore-Ökosystem drumherum nichts zu tun. Stattdessen war die Original-Idee ja, voll auf Web-Apps zu setzen, der Browser als App-Plattform, genial. Wer würde das heute glauben?! Aber auch irgendwie nicht ganz so vorausschauend, wie man den guten Steve sonst kannte:

According to Jobs, it was an issue of security. “You don’t want your phone to be an open platform,” he told me. “You don’t want it to not work because one three apps you loaded that morning screwed it up. Cingular doesn’t want to see their West Coast network go down because of some app. This thing is more like an iPod than it is a computer in that sense.” 1

Daran und das die Zukunft im Web und vor allem in Webapps liegen würde, habe ich wirklich geglaubt. Erst als ich sah, wie die Leute auf Apple spätere Veröffentlichung des iOS SDK und den App Store abgingen, habe ich mich davon verabschiedet (jedenfalls zeitweise).

Wäre sicherlich interessant zu sehen, wie unsere Webentwickler-Welt aussähe, wenn Apple dabei geblieben wäre und nie einen App Store eröffnet hätte. 😉

Bild: Bill Patterson licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Alexa: geh sterben!

Es klingt wie eine Story aus einer Stand-Up-Comedy, bestenfalls wie eine schlecht gemachte Fake-News von Russia Today, oder ein Witz der unter Sysadmins herumgeirct wird: Nachrichtensprecher löst reihenweise Bestellungen von Puppenhäusern aus. Ich bin geneigt einen Podcast zu produzieren, der bei Amazon Echo Kunden Ware im Gegenwert des Bruttosozialprodukts von vier Saarlands bestellt. Warum? Weil es geht! Die dämliche Alexa reagiert offenbar auf alles gesagte und anders als wenn man „Siri“ in sein Telefon säuselt, alles was in einem Raum gesagt wird, eben auch vom Fernseher. Ich sehe vor mir, wie gewitzte Menschen „echo-targeting“ in Fernsehwerbung machen und sich mit nächtlichen Spot-Ausstrahlungen vor dem TV eingeschlafene Echo-Besitzer mindestens ruinieren, wenn nicht ausnehmen.

Das ist aber natürlich nicht nur eine News-Story zum Schmunzeln Kaputtlachen, sondern beweist einmal mehr, wie ausgereift der ganze Homeautomationskram mittlerweile ist. Nämlich gar nicht, oder soweit, dass er einem zwar Schmerzen bereiten kann, ohne sicher zu sein. Ich traue solchen Vollzeitüberwachungsgeräten wie Amazon Echo ja sowieso nur so weit wie ich es werfen kann, aber offenbar gibt es Horden von very first adoptern, die dafür Schlange stehen und hoffen, dass sich die frühen Probleme im Laufe der Entwicklung dann schnell geben werden und danach Amazon das Bankkonto abräumt und nicht mehr irgendein Spammer oder jemand, der von draußen vor dem Haus ins Netz eingebrochen ist. Letzterer räumt dann wahrscheinlich auch nicht nur das Konto ab, sondern auch gleich die ganze Wohnung, weil er Alexa sanft ins Ohr flüstern kann: „Alexa! open the front door!“

Die neuen MacBook Pro

Apple stellt nach einer gefühlten Ewigkeit neue MacBook Pro vor. Die Welt versinkt in einem Shitstorm ungeahnten Ausmaßes. Steve Jobs dreht sich in seinem Grab mit Höchstgeschwindigkeit. Das Leben geht weiter.

Ach, das macht ja immer einen Riesenspaß, auf Apple einzudreschen. Daraus kann man ein echtes Hobby machen. Man muss nicht mal einen Apple-Rechner dazu besitzen, ich kenne eingefleischte Linux-Nutzer, die sich darüber ereifern können, was Apple aktuell mit dem Mac Pro gerade nicht macht, ohne jemals einen gesehen zu haben. Besser geht es allerdings als Apple-Nutzer, wo man selbst Opfer wird der vielen kleinen Fehler, die einem so begegnen beim powerusing. Das ist natürlich immer Jammern auf sehr hohem Niveau, vor allem wenn man sich wie ich, noch an Zeiten erinnern kann, wo man Windows XP oder gar ältere Versionen nutzen musste, wir hatten ja nichts damals.

Aber so ist die Stimmung. Nicht erst seit Steve Jobs zum Masterkontrollprogramm gerufen wurde, schon davor zeigte sich, Apple hat eine große und immer größer werdende Schar sehr treuer Fans. Und Fan sein hat immer etwas mit Fanatismus zu tun. Und da liegt die Krux. Fanatikern kann man es nicht recht machen. Ich kenne das, bin ja selbst einer.

Möglicherweise hat Apple gerade bewiesen, dass sie keine Ahnung haben, wer ihre Laptops nutzen soll. Der ganze Shitstorm über die nötigen Adapter, die fehlende Escape-Taste und den nicht ausbaubaren Speicher scheint das zu beweisen. Und ja, die Leute sind ungeduldig, denn seit vier Jahren ist das MacBook Pro nicht upgedatet worden. Und die Leute wollen, das was passiert.

Aber, man kann das auch anders sehen. Beispielsweise ist das vier Jahre alte MachBook Pro immer noch ein unglaublicher Rechner, den man heute noch genauso einsetzen kann, wie vor vier Jahren, SSD vorausgesetzt. Da gibt es eigentlich wenig zu meckern, außer vielleicht, das wir heute, anders als vor vier Jahren gigantische Entwicklungsumgebungen mit einer Phalanx virtuelle Maschinen lokal auf Entwicklungsrechnern laufen lassen und uns nun wüschen, Apple würde uns für diesen Wahnsinn mehr Power spendieren. Es hat sich in diesen vier Jahren in Sachen Prozessorleistung gar nicht soviel getan. Und wen interessiert eigentlich noch die Gigahertz-Zahl?

Ja und Adapter schleppe ich ja auch heute zuhauf mit mir herum, ich habe dafür extra einen kleinen Mesh-Beutel im Rucksack. Das war im Grunde schon immer so, wenn man den Macrechner mit der PC-Welt da draußen koppeln wollte, oder mit alter Hardware. Bleibt der noch der Rant über die Escape-Taste. Die ist ja nicht wirklich weg, sondern nur nicht mehr als Hardware vorhanden. Das kann eigentlich nur Vim-Nutzer interessieren und dann auch nur, wenn ihr Terminalprogramm diese dann nicht an der richtigen Stelle der Touch Bar zur Verfügung stellt, zusammen mit ein paar prima Shortcuts, die man sich eh nie merken konnte vielleicht?

Ach ja: die Touch Bar. Ohne sie je ausprobiert zu haben, ranten die Massen darüber, als hätte man Steve Jobs ans Kreuz genagelt. Also ich will das ehrlich gesagt erstmal sehen und ausprobieren. Und etwas warten, was die von mir hochgeschätzten Entwickler meiner geliebten Standardprogramme damit anstellen. Der Blödsinn der die letzten Tage zusammengememet wurde wird es jedenfalls nicht sein. Und, hey, ich bin immer noch Schlafzimmer-DJ genug: natürlich hat mir die Demo auch gefallen. 😉

Apple macht aber auch wieder viel Quatsch. Ich empfinde beispielsweise die Preise der neuen MBPs als ziemliche Frechheit. Und den Schlingerkurs um den Kopfhöreranschluss verstehe wer will, ausser das bei Apple jemand glaubt, man habe unterschiedliche Kopfhörer für iPhone und Laptop. Da muss man sich schon fragen, ob sich iPhone- und MBP-Team auf dem Apple-Campus aus dem Weg gehen? Und ja: Tim Cook ist ein Langweiler, stimmt.

Aaaaaaber: liebe Gemeinde! Erzählt mir doch bitte jetzt nicht, ihr wolltet alle zu Windows (zurück) wechseln. Das soll wohl ein Witz sein!

Bild: Tim Gouw auf Unsplash.