Der Sprachlosigkeit ein Wort

Leider ist es hier gerade wieder sehr ruhig geworden. Um es frei heraus hin zu schreiben: ich komme gerade mit der politischen Großwetterlage nur sehr schwer klar. Ich habe vor und nach der Wahl meine Meinung zum Thema Trump gesagt, und normalerweise nehme ich kein Blatt vor den Mund, was aber seit Trumps Amtsantritt um mich herum passiert ist, nimmt mir aktuell die Schreiblust, beinahe die Luft zum Atmen, um ehrlich zu sein.

Seit spätestens dieser grausamen Vereidigung wissen wir scheinbar alle, was das Stündlein geschlagen hat und allerorts sieht und liest man Kompensationsversuche in Form von Spott, Hohn, Sarkasmus, Geätze, Wut, Irrsinn. Ich lese natürlich auch gute Texte zum Thema Trump, gegen Trump und ich sehe auch einige mutige und gute Aktionen, aber alles geht irgendwie unter in einer Flut aus Spaß-, Hass- und resignierten Tweets, Karikaturen und Scheindiskussionen, deren Themen und Ausrichtung komplett vom weißen Haus gesetzt und gesteuert ist.

Thorsten Kleinz liegt IMHO ziemlich richtig und erklärt, warum hier seit Wochen nichts mehr zu Trump zu lesen ist: mir passt einfach nicht, wie die Diskussion (haben wir denn eine) läuft und in welche Richtung.

Und ich sehe nicht, wie wir aus dieser Situation raus kommen. Shitstorm scheint mir keine Lösung zu sein. Ich sagte ja schon die Wahrheit allein wird nicht reichen, aber das was jetzt läuft (oder ist es wieder nur das was bei mir ankommt) wird es auch nicht tun.

5 Gedanken zu „Der Sprachlosigkeit ein Wort“

  1. Ich bin gar nicht mehr so hoffnungslos. Ja, weder die Gerichte, Demokraten noch das Parlament werden ihn stoppen. Man könnte sich also ins Private zurückziehen und das Zugunglück in Zeitlupe anschauen.

    Aber: Das Besondere an Trump ist, dass er eine leere Hülle ist. Er will geliebt, geachtet werden und Geld verdienen. Die furchtbare Ideologie hinter dem Trumpismus stammt von Bannon.

    Wenn das Amerikanische Volk — und auch wir! — ihn nicht beklatschen, sondern ihn ständig — und ohne dabei von jedem kleinen neuen Skandal zermürbt zu werden — kritisieren, wird das seine Wirkung haben. Erste Risse sind schon zu erkennen.

    Irgendwie ist es ein schöner Gedanke, dass die Checks and Balances vielleicht am Ende gar nicht irgendein Rechtskonstrukt waren, sondern die Tatsache, dass es sich die Amerikaner nicht gefallen lassen haben, dass Bannon den Rechtsstaat abschafft.

  2. Wenn das Amerikanische Volk — und auch wir! — ihn nicht beklatschen, sondern ihn ständig — und ohne dabei von jedem kleinen neuen Skandal zermürbt zu werden — kritisieren, wird das seine Wirkung haben. Erste Risse sind schon zu erkennen.

    Ingo, der Optimist! 🙂 Ja, das hoffe ich natürlich auch. Nur habe ich zwei Einwände dazu, die mir zu schaffen machen:

    1. ich fürchte wir unterschätzen Trump immer noch und immer wieder. Möglicherweise ist er, selbst wenn das mit der leeren Hülle stimmt, oder vielleicht gerade deswegen, haltbarer als uns lieb ist.
    2. Da stecken leider noch ganz andere, mglw. viel gefährlichere Leute dahinter, wie Bannon bspw. Noch dazu bin ich am meisten davon schockiert, dass der #muslimban gezeigt hat, das es überall willige Mitläufer gibt, die nur darauf warten, ihre menschenfeindlichen Befehle nicht nur auszuführen, sondern über zu erfüllen.
  3. Zum Artikel: Word.

    Ingo: ich fürchte ganz pessimistisch und verschwörungstheoretisch, dass genau das zum Plan gehört. Nicht zu Trumps Plan natürlich, aber zu Bannons. Falls Trump keine Lust mehr hat, impeacht wird oder sonstwie abdankt, was kommt dann? Davor habe ich Angst.

  4. Im Moment ist Optimist sein die einzig erträgliche Option.

    Ich glaube, dass es nicht im Interesse Bannons sein kann, dass Trump abtritt. Solange er nicht in einem Coup die gesamte Macht an sich reißt hat, ist er von Trump 100% abhängig.

    Wenn Trump weg ist, kommt Pence. Etwas anderes (wie z.B. Neuwahlen) ist schlicht nicht vorgesehen. Pence ist sicherlich ein Erzkonservativer auf einer Mission, aber am Ende wird er weniger gefährlich sein als die jetzige Konstellation. Denn die Republikaner werden dann mit Bannon nichts mehr zu tun haben wollen.

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