Morgenlese XXIV

Bildet Banden!, den etwas angestaubten Arnacho-Sponti-Aufruf schreit Paul Mason im Freitag hinaus. Banden gegen Trump natürlich.

[D]er Neoliberalismus funktioniert nicht mehr. Er ist kaputt. Sollte er überleben, würde er im besten Fall durch Zentralbank-Geld befeuertes Zombie-Wachstum und im schlechtesten Fall Stagnation produzieren. Aber er wird nicht überleben. Im letzten Sommer habe ich vorausgesagt, dass, wenn wir nicht endlich mit der Ökonomie der hohen Ungleichheit, der hohen Verschuldung und der niedrigen Produktivität brechen, die Bevölkerungen weltweit für ein Ende der aktuellen globalen Ordnung votieren werden. Aufgrund des Brexit und Trump ist dieser Prozess nun unaufhaltsam.

Wichtig auch: der nächste Prüfstein ist nicht die Bundestagswahl in Deutschland, sondern die Bundespräsidentenwahl in Österreich.

Während aber die einen immer noch wie die Irrsinnigen das Wahlergebnis interpretieren, ist es ja vielleicht auch gar nicht echt, es gibt genug Zweifel, dass immer wieder von Neuauszählung die Rede ist. Bei den Aluhüten ist man sich bereits sicher: die Russen haben nicht nur die Demokraten gehackt, sondern auch die Wahlcomputer.

Da passt ein Artikel der Washington Post gut ins Bild, der den sehr vorsichtigen Titel: Russian propaganda effort helped spread ‘fake news’ during election, experts say. Was die Experten sagen: die Quelle vieler Fake-News die so während der Wahlkampfs für Aufsehen sorgten (und teilweise von Trump und seinem Team wiederholt wurden), kommen aus wenigen Quellen. Oft von russischen Medien wie Russia Today (RT).

Some of these stories originated with RT and Sputnik, state-funded Russian information services that mimic the style and tone of independent news organizations yet sometimes include false and misleading stories in their reports, the researchers say. On other occasions, RT, Sputnik and other Russian sites used social-media accounts to amplify misleading stories already circulating online, causing news algorithms to identify them as “trending” topics that sometimes prompted coverage from mainstream American news organizations.

Dagegen nochmal wirklich schmerzhaft, also wirklich schmerzhaft, sie müssen wissen, es ist eine komplizierte Sache, also wirklich schmerzhaft liest sich der komplette Interview-Mitschnitt von Donald Trump bei der New York Times. Vielleicht reicht auch eine Kostprobe:

Oh, I see. I might have brought it up. But not having to do with me, just I mean, the wind is a very deceiving thing. First of all, we don’t make the windmills in the United States. They’re made in Germany and Japan. They’re made out of massive amounts of steel, which goes into the atmosphere, whether it’s in our country or not, it goes into the atmosphere. The windmills kill birds and the windmills need massive subsidies. In other words, we’re subsidizing wind mills all over this country. I mean, for the most part they don’t work. I don’t think they work at all without subsidy, and that bothers me, and they kill all the birds.

Tja, nur nicht den Humor verlieren. So wie die Amazon-Rezensenten des Make-Amerika-Great-Again-Weihnachtsbaumschmuck.

Bild: Parker Byrd

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